Composer: Franz Schubert (1797-1828) Author: Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791)

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Artists: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Recorded: Sunday, 03 October 2010 - Berlin



heutige Schreibweise

Sanftes Klavier,
Welche Entzückungen schaffest du mir,
Sanftes Klavier!
Wenn sich die Schönen
Tändelnd verwöhnen,
Weih' ich mich dir,
Liebes Klavier!

Bin ich allein,
Hauch' ich dir meine Empfindungen ein,
Himmlisch und rein.
Unschuld im Spiele,
Tugendgefühle,
Sprechen aus dir,
Trautes Klavier!

Sing' ich dazu,
Goldener Flügel, welch' himmlische Ruh'
Lispelst mir du!
Tränen der Freude
Netzen die Saite!
Silberner Klang
Trägt den Gesang.

Sanftes Klavier,
Welche Entzückungen schaffest du mir,
Goldnes Klavier!
Wenn mich im Leben
Sorgen umschweben,
Töne du mir,
Trautes Klavier!

historische Schreibweise

Sanftes Klavier!
Welche Entzückungen schaffest du mir,
Sanftes Klavier!
Wenn sich die Schönen
Tändelnd verwöhnen,
Weih' ich mich dir,
Liebes Klavier!

Bin ich allein,
Hauch ich dir meine Empfindungen ein,
Himmlisch und rein.
Unschuld und Spiele,
Tugendgefühle
Sprechen aus dir,
Trautes Klavier!

Melancholie,
Martert die Seele der Spielerin nie,
Heiter ist sie.
Tanzende Docken,
Töne, wie Glocken,
Flössen in's Blut
Rosichten Muth.

Sing' ich dazu,
Goldener Flügel! welch himmlische Ruh
Lispelst mir du!
Thränen der Freude
Netzen die Saite;
Silberner Klang
Trägt den Gesang.

Tugend, ach! dir,
Unschuld, dir weih' ich mein liebes Klavier!
Stimmet es mir!
Engel, ihr Hüter
Frommer Gemüther!
Jeder Ton sey
Dem Himmel treu!

Rausche, o Ton,
Unter geflügelten Fingern davon!
Preise den Sohn,
Den mit Gesängen
Der Sphären, von Klängen
Der Harfen belebt,
Der Seraph erhebt.

Sanftes Klavier!
Welche Entzückungen schaffest du mir,
Goldnes Klavier!
Wenn mich im Leben
Sorgen umschweben,
Töne du mir,
Trautes Klavier!

Sources & alternative Compositions: www.lieder.net

Creation

Written: 1816

Published: 1885

Key: A-Major

Schema: Strophenlied

Characteristic:

Zum Text

Textbild
August Friedrich Oelenhainz - Schubart

Christian Friedrich Daniel Schubart lebte in einer Zeit, in der Würtembergs Absolutismus seinen Höhepunkt erreichte. Der Dichter und Musiker selbst wurde 1777 Opfer von Umerziehungsmaßnahmen des regierenden Fürsten Karl Eugen. 10 Jahre, bis 1787 wurde er aufgrund seiner scharfen Kritik an Adel und Klerus gefangen gehalten. Schubarts aufklärerisches Gedankengut stand in klarem Gegensatz zum absolutistischen Bestreben Karl Eugens. Diese Gedanken der Aufklärung, setzten sich im 18. Jahrhundert jedoch in ganz Europa durch und führten Ende des 18. Jahrhunderts unter anderem zur französischen Revolution.

Das Gedicht An mein Klavier erschien 1785 in Gedichte aus dem Kerker. Carslruhe: Schneider. S. 300ff.

Digitalisat online

Zur Musik

Franz Schubert vertonte 4 Gedichte von Schubart. Das vorliegende Lied schrieb er im Alter von 19 Jahren.

Lieder von Schubart auf dieser Seite.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgte Max Friedländer in seiner bei C.F.Peters 1885 herausgegebenen Ausgabe der Lieder Schuberts in Band VII Nr. 1. 4.1


Geschrieben von: Peter Schöne

Score

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Source of score imslp.org: An mein Klavier.pdf