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  • Das Mädchen aus der Fremde

    In einem Tal bei armen Hirten Erschien mit jedem jungen Jahr, Sobald die ersten Lerchen schwirrten, Ein Mädchen schön und wunderbar. Sie war nicht in dem Tal geboren, Man wußte nicht, woher sie kam, Doch schnell war ihre Spur verloren, Sobald das...

  • Das Geheimnis

    Sie konnte mir kein Wörtchen sagen, Zu viele Lauscher waren wach; Den Blick nur durft' ich schüchtern fragen, Und wohl verstand ich was er sprach. Leis' komm' ich her in deine Stille, Du schön belaubtes Buchenzelt, Verbirg in deiner grünen Hülle Die...

  • Das Mädchen aus der Fremde

    In einem Tal bei armen Hirten Erschien mit jedem jungen Jahr, Sobald die ersten Lerchen schwirrten, Ein Mädchen schön und wunderbar. Sie war nicht in dem Tal geboren, Man wußte nicht, woher sie kam, Doch schnell war ihre Spur verloren, Sobald das...

  • An den Frühling - Erste Bearbeitung

    Willkommen, schöner Jüngling! Du Wonne der Natur! Mit deinem Blumenkörbchen Willkommen auf der Flur! Ei, ei! Da bist ja wieder! Und bist so lieb und schön! Und freun wir uns so herzlich, Entgegen dir zu gehn. Denkst auch noch an mein Mädchen? Ei,...

  • Augenlied - zweite Fassung

    Süße Augen, klare Bronnen! Meine Qual und Seligkeit Ist fürwahr aus euch [geronnen]1, Und mein Dichten euch geweiht. Wo ich weile, [Wie]2 ich eile, Liebend strahlet ihr mich an; Ihr erleuchtet Ihr befeuchtet Mir mit Tränen meine Bahn. Treue Sterne...

  • Die abgeblühte Linde

    Wirst du halten, was du schwurst, Wenn mir die Zeit die Locken bleicht? Wie du über Berge fuhrst, Eilt das Wiedersehn nicht leicht. Ändrung ist das Kind der Zeit, Wo mit Trennung uns bedroht, Und was die Zukunft beut, Ist ein blässer's Lebensrot. Sieh,...

  • Der Flug der Zeit

    Es floh die Zeit im Wirbelfluge Und trug des Lebens Plan mit sich. Wohl stürmisch war es auf dem Zuge, Beschwerlich oft und widerlich. So ging es fort durch alle Zonen, Durch Kinderjahre, durch Jugendglück, Durch Täler, wo die Freuden wohnen, Die...

  • Der Schäfer und der Reiter

    Ein Schäfer saß im Grünen, Sein Liebchen süß im Arm; Durch Buchenwipfel schienen Der Sonne Strahlen warm. [Er kos'te]1 froh und heiter Von Liebeständeley. Da ritt bewehrt ein Reiter Den Glücklichen vorbey. »Sitz' ab, und suche Kühle!« Rief ihm der...

  • An den Tod

    Tod, du Schrecken der Natur, Immer rieselt deine Uhr; Die geschwung'ne Sense blinkt, Gras und Halm und Blume sinkt. Mähe nicht ohn' Unterschied, Dieses Blümchen, das erst blüht, Dieses Röschen, erst halbrot; Sei barmherzig, lieber Tod! Tod, wann kommst...

  • Frohsinn

    Ich bin von lockrem Schlage, Genieß ohne Trübsinn die Welt, Mich drückt kein Schmerz, keine Plage, Mein Frohsinn würzt mir die Tage, Ihn hab ich zum Schild mir gewählt. Ich grüsse froh jeden Morgen, Der neue Freuden mir bringt, Fehlt Geld mir, muss ich...

  • Trost

    Nimmer lange weil' ich hier, Komme bald hinauf zu dir; Tief und still fühl' ich's in mir: Nimmer lange weil' ich hier. Komme bald hinauf zu dir, Schmerzen, Qualen, für und für Wüten in dem Busen mir; Komme bald hinauf zu dir. Tief und still fühl' ich's...

  • Fahrt zum Hades

    Der Nachen dröhnt, Cypressen flüstern – Horch, Geister reden schaurig drein; Bald werd' ich am Gestad', dem düstern, Weit von der schönen Erde seyn. Da leuchten Sonne nicht, noch Sterne, Da tönt kein Lied, da ist kein Freund. Empfang die letzte Thräne,...

  • Schlaflied/Schlummerlied - Zweite Fassung

    Es mahnt der Wald, es ruft der Strom: "Du [holdes]1 Bübchen zu uns komm!" Der Knabe [naht, und staunt, und]2 weilt, Und ist von [allem]3 Schmerz geheilt. Aus [Saaten]4 flötet Wachtelschlag, Mit irren [Lichtern]5 spielt der Tag; [Und auf den Blümlein in...

  • An eine Quelle

    Du kleine grünumwachsne Quelle, An der ich Daphne jüngst gesehn! Dein Wasser war so still! und helle! Und Daphnes Bild darin so schön! O wenn sie sich noch mal am Ufer sehen läßt, So halte du ihr schönes Bild doch fest; Ich schleiche heimlich dann mit...

  • Täglich zu singen

    Ich danke Gott und freue mich Wie's Kind zur Weihnachtsgabe, Daß ich hier bin! Und daß ich dich Schön menschlich Antlitz habe. Daß ich die Sonne, Berg und Meer, Und Laub und Gras kann sehen Und abends unterm Sternenheer Und lieben Monde gehen. Gott...

  • Die Nacht

    Erster Bard: Die Nacht ist dumpfig und finster. An den Hügeln ruhn die Wolken. Kein Stern mit grünzitterndem Strahl; kein Mond schaut durch die Luft. Im Walde hör' ich den Hauch; aber ich hör' ihn weit in der Ferne. Der Strom des Thals erbraust; aber...

  • Memnon

    Den Tag hindurch nur einmal mag ich sprechen, Gewohnt zu schweigen immer, und zu trauern: [Wann]1 durch die nachtgebornen Nebelmauern Aurorens Purpurstrahlen liebend brechen. Für Menschenohren sind es Harmonien. Weil ich die Klage selbst melodisch...

  • Antigone und Oedip

    Antigone: Ihr hohen Himmlischen erhöret Der Tochter herzentströmtes Flehn1: Laßt einen kühlen Hauch des Trostes In Oedips2 große Seele wehn. Genüget, euren Zorn zu sühnen, Dieß junge Leben - nehmt es hin; Und eurer Rache Strahl3 vernichte Die tief...

  • Ganymed

    Wie im Morgenglanze Du rings mich anglühst, Frühling, Geliebter! Mit tausendfacher Liebeswonne Sich an mein [Herz]1.1 drängt Deiner ewigen Wärme Heilig Gefühl, Unendliche Schöne! Daß ich [diesen]1.2 fassen möcht' In diesen Arm! Ach an deinem Busen...

  • Trost im Liede

    Braust des Unglücks Sturm empor: Halt' ich meine Harfe vor. Schützen können Saiten nicht, Die er [schnell und leicht]1.1 durchbricht; Aber durch des Sanges Thor Schlägt er milder an mein Ohr. Sanfte Laute hör ich klingen, Die mir [in]1.2 die Seele...


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