Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Caroline Louise von Klencke (1754-1812)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Holger Berndsen - Piano
Aufnahme: Montag, 07. September 2015 - München



Liedtext

heutige Schreibweise

[Myrtil]1, wenn deine Lippen mich berühren,
[Dann]2 will die Lust die Seele mir entführen;
Ich [fühl' ein sanftes]3 namenloses Beben
Den Busen heben.

Mein Auge flammt, Glut schwebt auf meinen Wangen,
Es schlägt mein Herz ein unbekannt Verlangen,
Mein Geist, verirrt in trunkner Lippen Stammeln
Kann kaum sich sammeln.

Mein Leben hängt in einer solchen Stunde
An Deinem süßen rosenweichen Munde,
Und will bei deinem trauten Armumfassen
Mich fast verlassen.

O! daß es doch nicht außer sich kann fliehen,
Die Seele ganz in [deine]4 Seele glühen!
Daß doch die Lippen, die voll Sehnsucht brennen
Sich müssen trennen!

Daß doch im Kuß mein Wesen nicht zerfliesset
Wenn es so fest an deinen Mund sich schliesset,
Und an dein Herz, das [nimmer]5 laut darf wagen
Für mich zu schlagen!

1 Schubert: "O du"
2 Schubert: "So"
3 Schubert: "fühle tief ein"
4 Schubert: "deiner"
5 Schubert: "niemals"

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: September 1827

Veröffentlichung (angezeigt): 1828

Originaltonart: B-Dur

Liedform: durchkomponiert

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Gemälde von Johann Christoph Frisch, 1786, Gleimhaus Halberstadt

Caroline Luise von Klencke veröffentlichte ihr mit dem Titel An Myrtil überschriebenes Gedicht 1788 in Berlin. Ein Digitalisat dieses Gedichtbandes kann beim Göttinger Digitalisierungszentrum online recherchiert werden.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Ein Autograph kann in The Morgan Library New York als Digitalisat online recherchiert werden.

Die Erstveröffentlichung der ersten Fassung geschah im Rahmen der Alten Gesamtausgabe 1895.

Die Erstveröffentlichung der zweiten Fassung besorgte das Lithographische Institut Wien im Frühjahr 1828, unter der Leitung von Franz von Schober: 6
Heimliches Lieben D 922
Das Weinen D 926
Vor meiner Wiege D 927
An Sylvia D 891
In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Piano-Forte und der Wohlgebornen Frau Marie Pachler gewidmet von Franz Schubert. In späteren Auflagen wurde die Opuszahl 106 hinzugefügt.

Deckblatt op 106


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 09, Nr. 544

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 05

Bärenreiter Urtext IV » 20

Link zum Manuskript
schubertmanu

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Heimliches Lieben.pdf