Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Franz von Schober (1796-1882)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 04. Februar 2009 - Erfurt



Liedtext

In des Todes Feierstunde1.1
Senke, heilige Kamöne,
Noch einmal die stillen Lieder,
Noch einmal die [süßen]1.2 Töne
Auf die tiefe Abschiedswunde
Meines Busens heilend nieder,
Hebe aus den ird'schen Ringen
Die bedrängte reine Seele,
Trage sie auf deinen Schwingen:
Daß sie sich dem Licht vermähle. -

O da werden mich die Klänge
[Traut]1.3 und wonnevoll umwehen,
Und die Ketten, die ich sprenge,
Werden still und leicht vergehen.
Alles Große werd' ich sehen,
Das im Leben mich beglückte,
Alles Schöne, das mir blühte,
Wird verherrlicht vor mir stehen.
Jeden Stern, der mir erglühte,
Der mit freundlichem Gefunkel
Durch das [hoffnungslose]1.4 Dunkel
Meines kurzen Weges blickte,
Jede Blume, die ihn schmückte,
Werden mir die Töne bringen;
Und die schrecklichen Minuten,
Wo ich schmerzlich könnte bluten,
Werden mich mit Lust umklingen;
Und Verklärung werd' ich sehen
Ausgegossen über allen Dingen.
So in Wonne werd' ich untergehen,
Süß verschlungen von der Freude Fluthen.

1.1 Schubert (aus Schobers Manuskript)
Wenn ich einst von hinnen scheide,
Und den Kampf, den letzten, leide,
1.2 Schubert: "reinen"
1.3 Schubert: "Süß"
1.4 Schober (Manuskript), Schubert: "grauenvolle"

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: September 1822

Veröffentlichung (angezeigt): 28. Januar 1829

Originaltonart: Ges-Dur

Liedform: durchkomponiert

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Franz von Schober

Franz Schubert und Franz von Schober waren innigst miteinander befreundet. Sie wohnten ab 1818 mit einigen Unterbrechungen zusammen in Schobers Wohnung Tuchlauben 20, Landskrongasse 5 im ersten Wiener Bezirk (Ansicht vor 1905). Schober war mit vielen künstlerischen Persönlichkeiten bekannt und trug viel dazu bei, dass sich Schuberts Werk zu seinen Lebzeiten und darüber hinaus verbreitete.
Eine Ausgabe mit Gedichten Franz von Schobers erschien erst 1842 nach dem Tod von Franz Schubert bei der Cotta’schen Buchhandlung Tübingen. Ein Digitalisat dieser Ausgabe ist auf den Seiten der Österreichischen Nationalbibliothek online verfügbar. Das Gedicht steht dort auf S. 70f. unter dem Titel Todesmusik. 2.1

Die besungene Kamöne (Camene) ist eine römische Quellnymphe. Informationen findet man bei Wikipedia.org.

 

Zur Musik

Von Schubert liegen uns heute 13 Vertonungen der Gedichte Schobers als Sololied vor. Schubert erhielt die Gedichte seines Freundes als Handschrift und setzte sie vermutlich sofort oder kurz nach ihrer Entstehung in Musik.
Das Lied Augenblicke im Elysium ging verloren, bevor es in den ersten allgemeinen Sammlungen Schubertscher Lieder Einzug halten konnte. Es findet sich lediglich ein Hinweis in der zweiten vermehrten Auflage der Gedichte Schobers (Leipzig, 1865). Dort heißt es im Untertitel zum Gedichte "Von Franz Schubert in Musik gesetzt".3.1

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgte M. J. Leidesdorf, VN 1102, Wien als op. 108 4.1

Uiber Wildemann von Ernst Schulze D 884
Erinerung von Kosegarten D 229
Todeskuss von Schober D 758

In Musik gesetzt für Gesang mit Begleitung des Pianoforte von Franz Schubert

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 28.01.1829 4.2


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 07, Nr. 411

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 05

Friedländer Bd. IV » 112

Bärenreiter Urtext IV » 38

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Todesmusik.pdf