Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Friedrich von Schlegel (1872-1829)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Holger Berndsen - Piano
Aufnahme: Samstag, 07. März 2015 - Würzburg

Liedtext

Es lockte schöne Wärme,
   Mich an das Licht zu wagen,
Da brannten wilde Gluten;
   Das muß ich ewig klagen.
Ich konnte lange blühen
   In milden heitern Tagen;
Nun muß ich frühe welken,
   Dem Leben schon entsagen.
Es kam die Morgenröte,
   Da ließ ich alles Zagen
Und öffnete die Knospe,
   Wo alle Reize lagen.
Ich konnte freundlich duften
   Und meine Krone tragen,
Da ward zu heiß die Sonne,
   Die muß ich drum verklagen.
Was soll der milde Abend?
   Muß ich nun traurig fragen.
Er kann mich nicht mehr retten,
   Die Schmerzen nicht verjagen.
Die Röte ist verblichen,
   Bald wird mich Kälte nagen.
Mein kurzes junges Leben
   Wollt' ich noch sterbend sagen.

Es lockte schöne Wärme,
   Mich an das Licht zu wagen,
Da brannten wilde Gluthen:
   Das muß ich ewig klagen.
Ich konnte lange blühen
   In milden heitern Tagen;
Nun muß ich frühe welken,
   Dem Leben schon entsagen.
Es kam die Morgenröthe,
   Da ließ ich alles Zagen
Und öffnete die Knospe,
   Wo alle Reize lagen.
Ich konnte freundlich duften
   Und meine Krone tragen,
Da ward zu heiß die Sonne,
   Die muß ich drum verklagen.
Was soll der milde Abend?
   Muß ich nun traurig fragen.
Er kann mich nicht mehr retten,
   Die Schmerzen nicht verjagen.
Die Röthe ist verblichen,
   Bald wird mich Kälte nagen.
Mein kurzes junges Leben
   Wollt' ich noch sterbend sagen.

Es lockte schöne Wärme
   Mich an das Licht zu wagen,
Da brannten wilde Gluthen:
   Das muss ich ewig klagen.
Ich konnte lange blühen
   In milden heitern Tagen;
Nun muss ich frühe welken,
   Dem Leben schon entsagen.
Es kam die Morgenröthe,
   Da liess ich alles Zagen
Und öffnete die Knospe,
   Wo alle Reitze lagen.
Ich konnte freundlich duften
   Und meine Krone tragen,
Da ward zu heiß die Sonne,
   Die muß ich drum verklagen.
Was soll der milde Abend,
   Muss ich nun traurig fragen.
Er kann mich nicht mehr retten,
   Die Schmerzen nicht verjagen.
Die Röthe ist verblichen,
   Bald wird mich Kälte nagen.
Mein kurzes junges Leben
   Wollt' ich noch sterbend sagen.

Veröffentlichung Diabelli 1827

Zum Text

Friedrich Schlegels Gedicht erschien 1802 im Musen-Almanach für das Jahr 1802. Herausgegeben von August Wilhelm Schlegel und Ludwig Tieck in der Cotta’schen Buchhandlung Tübingen.

Das Gedicht steht im ersten Teil der 2 x 10 Gedichte und 2 Prologe umfassenden Sammlung Abendröte.

Digitalisat auf books.google.com Seite 139-140

Weitere Ausgabe:

Friedrich Schlegel's sämmtliche Werke. Erster Band. Gedichte. Berlin, bei Julius Eduard Hitzig, 1809, Seite 18.

Textbild
Portrait Friedrich Schlegel

Zur Musik

komponiert: 1820

Veröffentlichung (angezeigt): 07. Mai 1822

Originaltonart: G-Dur

Liedform: A-B-A'

Besonderheiten:

Schubert vertonte 16 Gedichte von Friedrich Schlegel. Die frühesten Kompositionen entstanden 1818, die letzte sieben Jahre später 1825. 11 Vertonungen sind Gedichte aus der Sammlung Abendröte, die zyklischen Charakter haben, auch wenn es keine eigentliche Handlung gibt. 3.1
Schlegel stellt den beiden Teilen seiner Sammlung Abendröte jeweils ein Motto voraus. Diese beiden Gedichte tragen keinen eigenen Titel. Schubert wählte für das Vertonung ersten Mottos Tiefer sinker schon die Sonne die Überschrift des schlegelschen Zyklus - Abendröte. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Schubert hier zyklisch dachte.

Weitere Schlegel-Aufnahmen auf dieser Webseite

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Digitalisat des Manuskripts der zweiten Fassung in der Wienbibliothek im Rathaus.

Die Erstveröffentlichung geschah als Beilage zur Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode am 07.05.1822.

Ein weiteres Mal wurde das Lied als op. 73 von A. Diabelli & Co. am 16. Mai 1827 veröffentlicht.

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 16. Mai 1827

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 07, Nr. 408

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 03

Friedländer Bd. II » 140

Bärenreiter Urtext II » 166

Link zum Manuskript
schubertmanu

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

3.1 Kramer, Richard: Distant Cycles: Schubert and the Conceiving of Song, Verlag University of Chicago Press, 1994, ISBN 0226452336, 241 Seiten - S. 196f.

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.448

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Die Rose - Erste Fassung.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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