Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

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Interpreten:Ekatheryna Chayka - Mezzosopran / Peter Schöne - Bariton / Ana Mazaeva - Piano
Aufnahme: Samstag, 09. Juni 2018 - Hannover



Liedtext

Nur wer die Sehnsucht kennt
Weiß, was ich leide!
Allein und abgetrennt
Von aller Freude,
Seh ich ans Firmament
Nach jener Seite.

Ach! der mich liebt und kennt,
Ist in der Weite.
Es schwindelt mir, es brennt
Mein Eingeweide.
Nur wer die Sehnsucht kennt
Weiß, was ich leide!

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: Januar 1826

Veröffentlichung (angezeigt): 02. März 1827

Originaltonart: h

Liedform: Duett

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Friedrich Wilhelm Schadow - Mignon 1828

Das Lied der Mignon Nur wer die Sehnsucht kennt stammt, ebenso wie die Figur der Mignon selbst aus Goethes Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre. Es findet sich in der Erstausgabe auf den Seiten 265-266 im 11. Kapitel des vierten Buches von Band 2. Die Erstausgabe kann online studiert werden. Als Einlage liegt dieser Veröffentlichung eine Komposition von Johann Friedrich Reichardt bei, den Goethe sehr schätzte. Sie ist zweistimmung und mit Diskant und Bass zu singen.
Der Band enthält extra eine Anweisung an den Buchbinder, wie diese Noten einzuheften sind:

Nachricht an den Buchbinder. Die von dem Hrn. Capellmeiſter Reichard componirten Lieder werden ſo eingeheftet, daß man ſie von der Rechten zur Linken aufſchlägt:
Zu Seite 7. Kennſt du das Land, Zu S. 265. Nur wer die Sehnſucht kennt

Folgende Texte aus Goethes Buch Wilhelm Meisters Lehrjahre wurden von Schubert vertont:

Band 1, 2. Buch, Kap. XI
Der Sänger D.149
Band 1, 2. Buch, Kap. XIII
Wer nie sein Brot mit Tränen aß D.478/2
Band 1, 2. Buch, Kap. XIII
Wer sich der Einsamkeit ergibt D.325, D.478/1
Band 2, 3. Buch, Kap. I
Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn D. 321
Band 2, 4. Buch, Kap. XI
Nur wer die Sehnsucht kennt D.310, D.359, D.481, D.656 (Quintett), D.877/1 (Duett), D.877/4
Band 3, 5. Buch, Kap. XIV
An die Türen will ich schleichen D.478/3
Band 3, 5. Buch, Kap. XVI
Heiß mich nicht reden, heiß mich schweigen D.726, D877/2
Band 4, 8. Buch, Kap. II
So laßt mich scheinen, bis ich werde D.469, D.727, 877/3

Zur Musik

In der vorliegenden 5. Bearbeitung dieses Textes schreibt Schubert ein echtes Duett für eine Männer- und eine Frauenstimme mit Klavierbegleitung Klavier. Dabei folgt er der Vorgabe Goethes, der dem Lied im Wilhelm Meister folgenden Absatz voranstellt:

Er verfiel in eine träumende Sehnſucht, und wie einſtimmend mit ſeinen Empfindungen war das Lied, das eben in dieſer Stunde Mignon und der Harfner als ein unregelmäßiges Duett mit dem herzlichſten Ausdrucke ſangen:

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Ein Entwurf des Manuskripts zu diesem Lied kann online auf schubert-online.at studiert werden.
Ein Autograph dieses Liedes liegt in der Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek.

Die Veröffentlichung besorgte A. Diabelli und Comp. als op. 62: aus Wilhelm Meister von Göthe mit Begleitung des Pianoforte
Nr. 1 Duett Mignon u.d. Harfner (Nur wer die Sehnsucht kennt) D.877/1
Nr. 2 Lied der Mignon (So laßt mich scheinen, bis ich werde) D.877/2
Nr. 3 Lied der Mignon (Heiß mich nicht reden, heiß mich schweigen) D.877/3
Nr. 4 Lied der Mignon (Nur wer die Sehnsucht kennt) D.877/4
In Musik gesetzt und der Fürstin Mathilde zu Schwarzenberg ehrfurchtsvoll zugeeignet von Franz Schubert

Deckblatt op 62

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 2. März 1827:

Wiener Zeitung 1827 03 02


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Mignon und der Harfner (Duett).pdf