Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton /
Aufnahme: Montag, 13. Juli 2020 -


Liedtext

In monderhellten Nächten,
Mit dem Geschick' zu rechten,
Hat diese Brust verlernt.
Der Himmel, reich gestirnt,
Umwoget mich mit Frieden.
Da denk' ich: Auch hienieden
Gedeihet manche Blume;
Und frischer schaut der stumme,
Sonst trübe Blick hinauf
Zu ew'ger Sterne Lauf.

Auf ihnen bluten Herzen -
Auf ihnen quälen Schmerzen,
Sie aber strahlen heiter.
So schließ' ich selig weiter:
Auch unsre kleine Erde,
Voll Mißton und Gefährde,
Sich als ein heiter Licht
In's Diadem verflicht.
So werden Sterne
Durch die Ferne!

In Mond erhellten Nächten,
Mit dem Geschick' zu rechten,
Hat diese Brust verlernt.
Der Himmel, reich besternt,
Umwoget mich mit Frieden.
Da denk' ich: Auch hienieden
Gedeihet manche Blume;
Und frischer schaut der stumme,
Sonst trübe Blick hinauf
Zu ew'ger Sterne Lauf.

Auf ihnen quälen Schmerzen,
Auf ihnen bluten Herzen -
Sie aber strahlen heiter.
So schließ' ich selig weiter:
Auch unsre kleine Erde,
Voll Mißton und Gefährde,
Sich als ein heiter Licht
In's Diadem verflicht.
So werden Sterne
Durch die Ferne!

Zum Text

Johann Mayrhofer veröffentlichte seine Gedichte 1824 bei der eher kleinen Verlagsbuchhandlung Friedrich Volke in Wien. Diese Veröffentlichung ist als Digitalisat in der Österreichischen Nationalbibliothek online studierbar. Das Gedicht findet sich auf Seite 141. 2.1

Textbild
Johann Mayrhofer

Zur Musik

komponiert: Oktober 1819

Veröffentlichung (angezeigt): 16. Juni 1862

Originaltonart: Des-Dur

Liedform: A-B-A'

Besonderheiten:

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

"Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt." 3.1

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert. Im thematischen Katalog von Otto Erich Deutsch wird diesem Lied der Beginn der Freundschaft zwischen Mayrhofer und Schubert zugeschrieben.

Schubert war 22 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Das Manuskript ist zweigeteilt. Der erste Teil liegt in der Staatsbibliothek Preussischer Kulturbesitz Berlin, der zweite Teil in der Bibliothèque Nationale de France.

Digitalisat Manuskript Teil 1 online
Digitalisat Manuskript Teil 2 online

Die Veröffentlichung besorgte Carl Anton Spina in Wien k.k. Hof- u. pr. Kunst- u. Musikalienhandlung. (Medaille 1. Cl. der Pariser- Welt- Ind. Ausstllng. 1855) am 16.06.1862 als op. 165 4.1
Liederkranz Sammlung von Liedern aus dem Nachlasse für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte von Franz Schubert

1. Die Liebende schreibt D 673
2. Die Sternennächte D 670
3. Das Bild D 155
4. Die Täuschung D 230
5. Eine altschottische Ballade D 923

Deckblatt op. 165

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 06, Nr. 366

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 12

Friedländer Bd. VI » 088

Link zum Manuskript
schubertmanu

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

2.1 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Gedichte von Johann Mayrhofer, Wien, Verlag Friedrich Volke, 1824, Sig. 71.Bb.5.(Vol.1)

3.1 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Neues Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst, Signatur: 392789-C.20.21

4.1 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, - Erstdruck op. 165, C.A.Spina VN 9107-9118, Wien, 1862

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.390

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Die Sternennächte.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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