Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Friedrich von Schlegel (1872-1829)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Montag, 25. Juli 2011 - Berlin



heutige Schreibweise

Als bei dem Kreuz Maria stand,
Weh über Weh ihr Herz empfand
Und Schmerzen über Schmerzen;
Das ganze Leiden Christi stand
Gedruckt in ihrem Herzen.

Sie ihren Sohn muß bleich und tot
Und überall von Wunden rot
Am Kreuze leiden sehen.
Gedenk', wie dieser bitt're Tod
Zu Herzen ihr mußt' gehen.

In Christi Haupt durch Bein und Hirn,
Durch Augen, Ohren, durch die Stirn
Viel scharfe Dornen stachen;
Dem Sohn die Dornen Haupt und Hirn,
Das Herz der Mutter brachen.

historische Schreibweise

Als bei dem Kreuz Maria stand,
Weh über Weh ihr Herz empfand
Und Schmerzen über Schmerzen;
Das ganze Leiden Christi stand
Gedruckt in ihrem Herzen.

Sie ihren Sohn muß bleich und todt
Und überall von Wunden roth,
Am Kreuze leiden sehen.
Gedenk, wie dieser bittre Tod
Zu Herzen ihr mußt' gehen!

In Christi Haupt durch Bein und Hirn,
Durch Augen, Ohren, durch die Stirn
Viel scharfe Dornen stachen;
Dem Sohn die Dornen Haupt und Hirn,
Das Herz der Mutter brachen.

historische Schreibweise

Als bei dem Kreutz Maria stand,
Weh über Weh ihr Herz empfand
Und Schmerzen über Schmerzen,
Das ganze Leiden Christi stand
Gedruckt in ihrem Herzen.

Sie ihren Sohn muss bleich und todt
Und überall von Wunden roth,
Am Kreutze leiden sehen,
Gedenk, wie dieser bitt're Tod
Zu Herzen ihr musst' gehen!

In Christi Haupt durch Bein und Hirn,
Durch Augen, Ohren, durch die Stirn
Viel scharfe Dornen stachen;
Dem Sohn die Dornen Haupt und Hirn,
Das Herz der Mutter brachen.

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: Dezember 1818

Veröffentlichung (angezeigt): 21. April 1831

Originaltonart: g-Moll

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Friedrich Schlegel 1801
Franz Gareis

Friedrich Schlegel veröffentlichte sein Gedicht im Poetischen Taschenbuch für das Jahr 1806, Berlin, bei Johann Friedrich Unger. Es steht dort als Nr. 13 in einer Sammlung von 23 Gedichten mit dem Übertitel: Trutznachtigall. Eine Auswahl geistlicher Lieder. Friedrich Spee und einigen andern.

Friedrich Spee seinerseits verfasste eine Sammlung von Gedichten unter dem Titel Trvtznachtigal.
Die Vorlage für das Gedicht, welches Friedrich Schlegel verfasste, steht hingegen im Band Catholische Kirchen Gesaͤng, auff die Fuͤrnembste Fest des gantzen Jahrs, wie man dieselbe zu Coͤlln, vnd anderstwo pflegt zu singen, Coͤlln, Peter von Brachel, 1625, S.179ff. :

O Hertz/ O du betruͤbtes Hertz/
Wie groß/ wie groß dein wehe vnd schmertz/
Was hastu Hertz gelitten?
O schwerd/ daß durch Mariæ Hertz/
Hindurch vnd durch geschnitten.

2. Als bey dem Creutz Maria stund/
Weh vber Weh jhr Hertz empfund;
Vnd schmertzen vber schmertzen/
Daß gantze Leyden Christi stund/
Gedruckt in jhrem Hertzen.

3. Sie jhren sohn sah bleich vnd todt/
Vnd vberall vol Wunden roth/
Am Creutz vnschuͤldig hangen;
Gedenck wie dieser bitter todt/
Jhr sey zu Hertzen gangen.

4. Jn Christi Haupt durch Bein vnd Hirn.
Durch Augen/ Ohren/ schlaff vnd stirn/
Viel scharpffe Doͤrner stochen:
Dem Sohn die Doͤrner Haupt vnd Hirn/
Daß Hertz der Mutter brochen.

5. Die Naͤgel eingeschlagen starck/
Durch Haͤnd vñ Fuͤß durch Bein vñ marck/
Durch Christi tieffe wunden/
Mariæ Hertz durchtrungen starck/
Die stich hat sie empfunden.

6. Als sie das blosse Speer gesehn/
Durch Christi Hertz vnd Seiten gehn/
Empfieng sie solchen schrecken?
Als wann sie het das Speer gesehn/
Jn jhrem Hertzen stecken.

7. O Zaͤhr/ O Bach/ O Strom/ O Meer/
O wie viel Zaͤher da flossen her/
So Maria vergossen?
O wie viel Zaͤher/ O Strom/ O Meer/
Auß jhren Augen flossen.

8. Nun bitten wir O Jungfraw rein/
Durch alle diese schmertzen dein/
Durch Christi todt vnd Leyden:
Hilff vns von Suͤnden machen rein/
Vnd alle Suͤnden meiden.2.1

Zur Musik

Dreistimmig komponiert in strengem Kontrapunkt.

Schubert vertonte 16 Gedichte von Friedrich Schlegel. Die frühesten Kompositionen entstanden 1818, die letzte sieben Jahre später 1825.

Weitere Schlegel-Aufnahmen auf dieser Webseite

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstausgabe besorgte A.Diabelli&Co. als Nachlaß-Lieferung Nr. 10 4.1

Dem Unendlichen D 291
Die Gestirne D 444
Das Marienbild D 623
Vom Mitleiden Mariä D 632
Pax Vobiscum D 551
Gebet während der Schlacht D 171
Himmelsfunken D 651

In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Pianoforte-Begleitung von Franz Schubert.

Deckblatt Nachlass 10

Aus der k.k. Wiener Zeitung vom 21. April 1831 4.2
Wiener Zeitung 1831 04 21


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 05, Nr. 349

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 12

Friedländer Bd. V » 039

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Vom Mitleiden Mariae.pdf