Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Theodor Körner (1791-1813)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Christoph Schnackertz - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 20. Juli 2011 - Erfurt



Liedtext

Süßes Licht! Aus [goldnen]1.1 Pforten
Brichst du [siegend]1.2 durch die Nacht.
Schöner Tag! Du bist erwacht.
Mit geheimnißvollen Worten,
In melodischen Accorden,
Grüß' ich deine Rosenpracht!

Ach! der Liebe sanftes Wehen
Schwellt mir das bewegte Herz,
Sanft, wie ein geliebter Schmerz.
Dürft' ich nur [in]1.3 goldnen Höhen,
Mich im Morgenduft ergehen!
Sehnsucht zieht mich himmelwärts.

Und der Seele kühnes Streben
Trägt im stolzen Riesen-Lauf
Durch die Wolken mich hinauf. -
Doch mit sanftem Geisterbeben
Dringt das Lied ins inn're Leben,
Löst den Sturm melodisch auf.

Vor den Augen wird es helle;
Freundlich auf der zarten Spur
Weht der Einklang der Natur,
Und begeistert rauscht die Quelle,
Munter tanzt die flücht'ge Welle
Durch des Morgens stille Flur.

Und von süßer Lust durchdrungen
Webt sich zarte Harmonie
Durch des Lebens Poesie,
Was die Seele tief durchklungen,
Was berauscht der Mund gesungen,
Glüht in hoher Melodie.

Des Gesanges muntern Söhnen
Weicht im Leben jeder Schmerz,
Und nur Liebe schwellt ihr Herz.
In des Liedes heil'gen Tönen,
Und im Morgenglanz des Schönen
Fliegt die Seele himmelwärts.

1.1 Schubert (nur bei D 163): "goldenen"
1.2 Schubert: "steigend"
1.3 Schubert (Alte Gesamtausgabe): "auf"

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: 27. Februar 1815

Veröffentlichung (angezeigt): 1894

Originaltonart: G-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Theodor Körner 1814
Dora Stock

Theodor Körners Gedicht Das war ich erschien erstmals 1810 in seinem Gedichtband Knospen auf S.101ff.

Weitere Ausgaben seiner Gedichte:

Körner, Theodor, Gedichte Band 1, Wien Bauer, 1815, S.77f.

Band 1 von Theodor Körners sämmtliche Werke, Christoph August Tiedge, Verlag A.F. Macklot, 1818, S. 129f.

Zur Musik

Schubert vertonte 15 Gedichte von Körner (einige mehrfach) sowie das Singspiel Der vierjährige Posten D 190. 

Vermutlich wurde Schubert unmittelbar durch den 1815 in Wien frisch erschienenen Gedichtband mit den Gedichten Körners zu seinen Kompositionen inspiriert. Denn alle Lieder bis auf eine Ausnahme sind in der Zeit zwischen 27. Februar 1815 und 15. Oktober 1815 entstanden. 

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Das Manuskript findet sich in der Wienbibliothek im Rathaus. Es kann als Digitalisat online studiert werden.

Die Erstausgabe besorgte Eusebius Mandyczewski in der Alten Gesamtausgabe AGA im Jahr 1894.


Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.117


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 02, Nr. 50

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 08

Bärenreiter Urtext VI » 102

Link zum Manuskript
schubertmanu

Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Sängers Morgenlied.pdf