Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Friedrich von Schiller (1759-1805)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 19. August 2009 - Erfurt


Liedtext

Willkommen, schöner Jüngling!
    Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
    Willkommen auf der Flur!

Ei, ei! Du bist ja wieder!
    Und bist so lieb und schön!
Und freun wir uns so herzlich,
    Entgegen dir zu gehn.

Denkst auch noch an mein Mädchen?
    Ei, Lieber, denke doch!
Dort liebte mich das Mädchen,
    Und's Mädchen liebt mich noch!

Für Mädchen manches Blümchen
    Erbat ich mir von dir -
Ich komm' und bitte wieder,
    Und du? Du gibst es mir.

Willkommen schöner Jüngling!
    Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
    Willkommen auf der Flur!

Ey! Ey! da bist ja wieder!
    Und bist so lieb und schön!
Und freun wir uns so herzlich
    Entgegen dir zu gehn.

Denkst auch noch an mein Mädchen?
    Ey lieber denke doch!
Dort liebte mich das Mädchen,
    Und ’s Mädchen liebt mich noch!

Fürs Mädchen manches Blümchen
    Erbettelt’ ich von dir –
Ich komm und bitte wieder,
    Und du? – du gibst es mir?

Willkommen schöner Jüngling!
    Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
    Willkommen auf der Flur.

Willkommen schöner Jüngling,
    Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
    Willkommen auf der Flur!

Ey! Ey! da bist ja wieder!
    Und bist so lieb und schön!
Und freun wir uns so herzlich
    Entgegen dir zu gehn.

Denkst auch noch an mein Mädchen?
    Ey lieber denke doch!
Dort liebte mich das Mädchen,
    Und ’s Mädchen liebt mich noch!

Fürs Mädchen manches Blümchen
    Erbath ich mir von dir –
Ich komm und bitte wieder,
    Und du? – du gibst es mir.

Zum Text

Schiller veröffentlichte sein 1782 geschriebenes Gedicht im gleichen Jahr unter dem Pseudonym M. und in einem als Fälschung getarntem Druck in der Anthologie auf das Jahr 1782 auf Seite 123f:

Gedruckt in der Buchdruckerei
zu Tobolsko.
Meinem Prinzipal
dem Tod
zugeschrieben.
Großmächtigster Czar alles Fleisches,
Allezeit Vermindrer des Reichs,
Unergründlicher Nimmersatt in der
ganzen Natur!

Anthologie 1782

Scan des Erstdrucks auf wikisource.org 2.1

 

Textbild
Anthologie 1782

Zur Musik

komponiert: Oktober 1817

Veröffentlichung (angezeigt): 1885

Originaltonart: A-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Schubert und Schiller sich nie begegnet, denn Schubert war erst 8 Jahre und 3 Monate alt, als Schiller starb. Dennoch übten offenbar die Texte und Gedichte Schillers auf Schubert vor allem in der Jugend eine starke Faszination aus.
Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Schubert 39 Texte von Schiller vertonte. Dazu zählen die ersten, uns bekannten Vertonungen ebenso wie einige der letzten, die Schubert schrieb.
Zählt man alle Fragmente und Entwürfe zusammen, die heute laut Deutschverzeichnis bekannt sind, so kommt man auf nicht weniger als 77 Werke, die uns vorliegen. Die meisten entstanden in den jungen Jahren Schuberts. Allein 66 Kompositionen in der Zeit zwischen 1811 und 1817. In dieser Zeit war Schubert zwischen 14 und 20 Jahre alt.

Schiller-Vertonungen auf dieser Homepage.

Die vorliegende Vertonung schrieb Schubert im Alter von 20 Jahren.

Denselben Text verwendete Schubert auch in den Vertonungen D 283 und D 338 (Quartett)

Im Vorspiel gibt es in Takt 2 eine Überbindung in der rechten Hand, die in der Erstausgabe von Max Friedländer fehlt. Wir haben die Version aufgenommen, wie sie von Friedlaender veröffentlicht wurde, da uns zum Zeitpunkt der Aufnahme das Manuskript noch nicht vorlag.
Zweifellos muss jedoch die Überbindung gespielt werden.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Manuskript im Archiv für Photogramme musikalischer Meisterhandschriften, Widmung Anthony van Hoboken in der österreichischen Nationalbibliothek, Wien, PhA 1152

Die Erstveröffentlichung besorgte Max Friedländer 1885 in Band VII seiner nachgelassenen (bisher ungedruckten) Liedern für eine Singstimme mit Pianofortebegleitung von Franz Schubert. 4.1

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 03, Nr. 107

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 11

Friedländer Bd. VII » 034

Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

2.1  Anthologie auf das Jahr 1782, S. 123 – 124, Herausgeber: Friedrich Schiller, 1782, Verlag: J. B. Metzler, Stuttgart - Scan auf wikisource.org - abgerufen am 27.05.2020

4.1 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Nachgelassene (bisher ungedruckte) Lieder für eine Singstimme mit Pianofortebegleitung von Franz Schubert revidirt und herausgegeben von Max Friedlaender. Leipzig : C. F. Peters 1885, Erstdruck Sig.: SH.Schubert.658

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.341

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: An den Frühling - Zweite Bearbeitung - Erste Fassung.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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