Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Dienstag, 09. Juni 2009 - Erfurt

Liedtext

heutige Schreibweise

Der Nachen dröhnt, Cypressen flüstern –
Horch, Geister reden schaurig drein;
Bald werd' ich am Gestad', dem düstern,
Weit von der schönen Erde seyn.

Da leuchten Sonne nicht, noch Sterne,
Da tönt kein Lied, da ist kein Freund.
Empfang die letzte Thräne, [Ferne]1!
Die dieses müde Auge weint.

Schon [schaue ich die]2 Danaiden,
Den fluchbeladnen Tantalus;
Es murmelt todesschwangern Frieden,
Vergessenheit, dein alter Fluß.

Vergessen nenn' ich zwiefach Sterben,
Was ich mit höchster Kraft gewann,
Verlieren – wieder es erwerben –
Wann enden diese Qualen? wann?

1 Schubert: "o Ferne"
2 Schubert: "schau ich die blassen"

Zum Text

Johann Mayrhofer veröffentlichte seine Gedichte 1824 bei der eher kleinen Verlagsbuchhandlung Friedrich Volke in Wien. Diese Veröffentlichung ist als Digitalisat in der Österreichischen Nationalbibliothek online studierbar. Das Gedicht findet sich auf den Seiten 155. 3

Textbild
Johann Mayrhofer

Zur Musik

komponiert: Januar 1817

Veröffentlichung (angezeigt): 12. Juli 1832

Originaltonart: d-Moll

Liedform: durchkomponiert

Besonderheiten:

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

"Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt." 4

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.

Franz Schubert war knapp 20 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgte A. Diabelli & Co als Nachlass-Lieferung 18, VN 4018, Wien. 5

Pilgerweise D 789 von Schober
An den Mond in einer Herbstnacht D 614 von Al Schreiber
Fahrt zum Hades D 526 von Mayrhofer

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 12. Juli 1832: 6

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 05, Nr. 297

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 11

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

3 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Gedichte von Johann Mayrhofer, Wien, Verlag Friedrich Volke, 1824, Sig. 71.Bb.5.(Vol.1)

5 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Neues Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst, Signatur: 392789-C.20.21

7 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, A. Diabelli & Co. Wien, Erstdruck Nachlass 18, Sig. SH.Schubert.540

8 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, ANNO, Österreichisch-kaiserliche privilegierte Wiener Zeitung Jhg. 1832, Ausgabe vom 12. Juli, S.3

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.307

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Fahrt zum Hades.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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