Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Friedrich von Matthisson (1761-1831)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Holger Berndsen - Piano
Aufnahme: Freitag, 26. August 2016 - Würzburg



heutige Schreibweise

Freunde, deren Grüfte sich schon bemoosten!
Wann der Vollmond über dem Walde dämmert,
Schweben eure Schatten empor vom stillen
Ufer der Lethe.

Seid mir, Unvergeßliche, froh gesegnet!
Du vor Allen, welcher im Buch' der Menschheit
Mir der Hieroglyphen so viel gedeutet,
Redlicher Bonnet!

Längst verschlürft im Strudel der Brandung wäre
Wohl mein Fahrzeug oder am Riff zerschmettert,
Hättet ihr nicht, Genien gleich, im Sturme
Schirmend gewaltet.

Wiedersehn der Liebenden! wo der Heimat
Goldne Sterne leuchten, o du der armen
Psyche, die gebunden im Grabtal schmachtet,
Himmlische Sehnsucht!

historische Schreibweise

Freunde, deren Grüfte sich schon bemoosten!
Wann der Vollmond über dem Walde dämmert,
Schweben eure Schatten empor vom stillen
Ufer der Lethe.

Seid mir, Unvergeßliche, froh gesegnet!
Du vor Allen, welcher im Buch' der Menschheit
Mir der Hieroglyphen so viel gedeutet,
Redlicher Bonnet!

Längst verschlürft im Strudel der Brandung wäre
Wohl mein Fahrzeug oder am Riff zerschmettert,
Hättet ihr nicht, Genien gleich, im Sturme
Schirmend gewaltet.

Wiedersehn der Liebenden! wo der Heimath
Goldne Sterne leuchten, o du der armen
Psyche, die gebunden im Grabthal schmachtet,
Heiligste Sehnsucht!

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: 12. April 1813

Veröffentlichung (angezeigt): 1894

Originaltonart: A-Dur

Liedform: durchkomponiert

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Friedrich von Matthisson

Friedrich von Matthisson schrieb sein Gedicht Die Schatten im Jahr 1797 im Alter von 36 Jahren. Es wurde zuerst im Musenalmanach für das Jahr 1799 von Johann Heinrich Voß veröffentlicht.

Digitalisat online. S. 143 2.1

Weitere Ausgaben dieses Gedichtes:
1802 Matthisson, Gedichte, Seite 64f. 2.2
1811 Matthisson, Gedichte. Zweiter Theil, Vollständige Ausgabe, Seite 103 2.3

Confirmed with Gedichte von Matthisson. Fünfte vermehrte Auflage. Zürich, bei Orell, Füssli und Compagnie. 1802, pages 64-65; and with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Zweiter Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, page 103.

First published in Musen-Almanach für das Jahr 1799, herausgegeben von Schiller, Tübingen, in der J.G.Cottaischen Buchhandlung, page 143 (only stanza 1-3).

Zur Musik

Im April 1814 begann Schubert eine ganze Reihe von Gedichten Matthissons zu vertonen. Fast alle Kompositionen stammen aus der Zeit zwischen 1814 und 1816. Am Ende werden es 32 Gedichte sein, die Schubert in Musik setzte, einige von ihnen mehrfach.

Die Schatten schrieb er bereits 1813 im Alter von 16 Jahren.

Bisher eingespielten Matthisson-Vertonungen auf dieser Webseite

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Veröffentlichung besorgte Eusebius Mandyczewski im Rahmen der Alten Gesamtausgabe 1895 Serie XX, Bd. 1 Nr. 8.


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 01, Nr. 8

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 06

Bärenreiter Urtext V » 56

Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Die Schatten.pdf