Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: unbekannt

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Holger Berndsen - Piano
Aufnahme: Samstag, 07. März 2015 - Würzburg

Liedtext

heutige Schreibweise

Nimmer trag' ich länger
Dieser Leiden Last:
Nimm den müden Pilger
Bald hinauf zu dir.
Immer, immer enger
Wird's in meinem Busen,
Immer, immer trüber
Wird der Augen Blick.
Nimmer trag' ich länger
Dieser Leiden Last.

Öffne mir den Himmel,
Milder, güt'ger Gott!
Laß mich meine Schmerzen
Senken in das Grab!
Allzu viele Qualen
Wüten mir im Innern,
Hin ist jede Hoffnung,
Hin des Herzens Glut.
Öffne mir den Himmel,
Milder, güt'ger Gott!

Zum Text

Der Textdichter ist unbekannt. In Abschriften des Liedes und im Erstdruck wird das Gedicht Hölty zugeschrieben, es findet sich jedoch in keiner Ausgabe seiner gedruckten Werke.

Zur Musik

komponiert: Mai 1816

Veröffentlichung (angezeigt): 1850

Originaltonart: h-Moll

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Schubert hat in seinen beiden produktivsten Jahren 1815 und 1816, zählt man alle laut Deutsch-Verzeichnis vorliegenden Lieder, Fassungen, Bearbeitungen und Entwürfe zusammen, insgesamt 40 mal Texte von Hölty vertont.

Mitten unter den Manuskripten der Hölty-Lieder findet sich auch das Lied Der Leidende. Unter der zweiten Strophe, die Schubert direkt neben den Noten notiert, steht Hölty geschrieben. Da in derselben Zeile aber auch die Niederschrift der Seligkeit D 433 von Hölty beginnt, ist der Name des Dichters sicherlich eher diesem Lied zuzuordnen.
Dies und der zeitliche Zusammenhang bei der Entstehung der Komposition hat vielleicht zu der falschen Zuordnung des Textes zu den Gedichten Höltys geführt.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Der Leidende - erste Fassung
Der Leidende - zweite Fassung

Das Manuskript zur ersten und zweiten Fassung (beide auf ein und demselben Blatt) liegt in der Österreichischen Nationalbiliothek.

Digitalisat online

Die Erstveröffentlichung der ersten Fassung geschah durch A. Diabelli & Co. als Nachlass-Lieferung 50, VN 9000, Wien 4.1

An die Apfelbäume wo ich Julien erblickte D 197
Der Leidende D 432 Gedichte von Hölty
Augenlied D 297 Gedicht von Schubart (sic!)

In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte von Franz Schubert.

In dieser Erstveröffentlichung aus dem Jahr 1850 steht (anders als im Manuskript) ein zusätzlicher Takt Klavierbegleitung am Anfang. Vermutlich wurde dieser vom Verleger hinzugefügt, um den ausführenden Sängern die Tonfindung zu erleichtern. Wir haben diesen Takt bei der ersten Fassung mit aufgenommen, ihn jedoch bei der zweiten Fassung weggelassen.

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 04, Nr. 224

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 10

Friedländer Bd. VI » 079

Link zum Manuskript
schubertmanu

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

4.1 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, A. Diabelli & Co. Wien, Erstdruck Nachlass 50, Sig. SH.Schubert.586

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.255

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Der Leidende - 1. Version.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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