Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748-1776)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Holger Berndsen - Piano
Aufnahme: Samstag, 07. März 2015 - Würzburg

Liedtext

Holder klingt der Vogelsang,
Wann die Engelreine,
Die mein Jünglingsherz bezwang,
Wandelt durch die Haine.

Röter blühet Tal und Au,
Grüner wird der Wasen,
Wo mir Blumen, rot und blau,
Ihre Hände lasen.

Ohne sie ist alles tot,
Welk sind Blüt' und Kräuter;
Und kein Frühlingsabendrot
Dünkt mir schön und heiter.

Traute, minnigliche Frau,
Wollest nimmer fliehen;
Daß mein Herz, gleich dieser Au,
Mög' in Wonne blühen!

Holder klingt der Vogelsang,
Wann die Engelreine,
Die mein Jünglingsherz bezwang,
Wandelt durch die Haine.

Röther blühet Thal und Au,
Grüner wird der Wasen,
Wo die Finger meiner Frau
Maienblumen lasen.

Ohne sie ist alles todt,
Welk sind Blüt' und Kräuter;
Und kein Frühlingsabendroth
Dünkt mir schön und heiter.

Traute, minnigliche Frau,
Wollest nimmer fliehen;
Daß mein Herz, gleich dieser Au,
Mög' in Wonne blühen!

Bearbeitung durch Voß, Erstdruck 1804

Süßer klingt der Vogelsang,
Wann die gute, reine,
Die mein Jünglingsherz bezwang,
Wandelt durch die Haine.

Röther blühet Thal und Au,
Grüner wird der Wasen,
Wo die Finger meiner Frau
Mayenblumen lasen.

Freude fließt aus ihrem Blick
Auf die bunte Weide,
Aber fliehet sie zurück,
Ach, so flieht die Freude.

Alles ist dann für mich todt,
Welk sind alle Kräuter,
Und kein Sommerabendroth
Dünkt mir schön und heiter.

Liebe, minnigliche Frau,
Wollest nimmer fliehen,
Daß mein Herz, gleich dieser Au,
Immer möge blühen.

Ursprüngliche Fassung von Hölty

Holder klingt der Vogelsang,
Wenn die Engelreine,
Die mein Jünglingsherz bezwang,
Wandelt durch die Haine.

Röther blühet Thal und Au,
Grüner wird der Wasen,
Wo mir Blumen roth und blau
Ihre Finger lasen.

Ohne sie ist alles todt,
Welk sind Blüth' und Kräuter;
Und kein Frühlingsabendroth
Dünkt mir schön und heiter.

Traute, minnigliche Frau,
Wollest nimmer fliehen;
Dass mein Herz, gleich dieser Au',
Mög' in Wonne blühen!

Zum Text

Ludwig Christoph Heinrich Hölty muss ein ungeheuer wissbegieriger Mensch gewesen sein. Schon als kleiner Junge las er alles, was er in die Hände bekam. Man sagt, er sei ein sehr hübscher Junge gewesen. Jedoch wurde er von Blattern entstellt genau in der Woche, in der auch seine Mutter an Schwindsucht starb. Er selbst durfte kaum 28 Jahre alt werden, als auch ihn die Schwindsucht hinweg raffte. 2.1

Mit nur 25 Jahren schrieb er 1773 das Gedicht Minnelied, welches Johann Heinrich Voß in einer eigenen Bearbeitung im Gedichtband aus dem Jahr 1804 auf Seite 175f. veröffentlichte. 2.2

Weitere Veröffentlichungen:

Hölty, Ludwig Christoph Heinrich, and Bauer, Bernhard Philipp VerlegerIn. Ludw. Heinr. Ch. Hölty's Gedichte. Neueste Auflage ed. Wien: Bey B. Ph. Bauer, 1816, S. 124.

Textbild
Ludwig Christoph Heinrich Hölty.
In: Gedichte, Wien: F. A. Schrämbl, 1790

Zur Musik

komponiert: Mai 1816

Veröffentlichung (angezeigt): 1885

Originaltonart: E-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Schubert hat in seinen beiden produktivsten Jahren 1815 und 1816, zählt man alle laut Deutsch-Verzeichnis vorliegenden Lieder, Fassungen, Bearbeitungen und Entwürfe zusammen, insgesamt 40 mal Texte von Hölty vertont.
Unter diesen Vertonungen findet sich unter anderem eines der bekanntesten Schubertlieder - die Seligkeit D433.

Alle bisher eingespielten Hölty-Vertonungen auf dieser Webseite.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgte Max Friedländer 1885 in Band VII, Nr. 3 seiner nachgelassenen (bisher ungedruckten) Liedern für eine Singstimme mit Pianofortebegleitung von Franz Schubert. 4.1

dort auch kritischer Bericht von Friedländer.

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 04, Nr. 221

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 10

Friedländer Bd. VII » 010

Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

2.1 Voss, Johann Heinrich: Gedichte von L.H.C.Hölty, Verlag Carl Ernst Bohn, Hamburg, 1804

4.1 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Nachgelassene (bisher ungedruckte) Lieder für eine Singstimme mit Pianofortebegleitung von Franz Schubert revidirt und herausgegeben von Max Friedlaender. Leipzig : C. F. Peters 1885, Erstdruck Sig.: SH.Schubert.658

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.254

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Minnelied.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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