Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Johann Gaudenz von Salis-Seewis (1762-1834)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Ralph Neubert - Piano
Aufnahme: Dienstag, 14. Juni 2011 - Erfurt

Liedtext

heutige Schreibweise

Ins stille Land!
Wer leitet uns hinüber?
Schon wölkt sich uns der Abendhimmel trüber,
Und immer trümmervoller wird der Strand.
Wer leitet uns mit sanfter Hand
Hinüber, ach! hinüber,
Ins stille Land?

Ins stille Land!
Zu euch, ihr freien Räume
Für die Veredlung! zarte Morgenträume
Der schönen Seelen! künft'gen Daseins Pfand
Wer treu des Lebens Kampf bestand,
Trägt seiner Hoffnung Keime
Ins stille Land.

Ach Land! ach Land!
Für alle Sturmbedrohten.
Der mildeste von unsers Schicksals Boten
Winkt uns, die Fackel umgewandt,
Und leitet uns mit sanfter Hand
Ins Land der großen Toten
Ins stille Land.

Zum Text

Johann Gaudenz von Salis-Seewis und Friedrich Matthisson verband eine lebenslange Freundschaft. Matthisson besorgte 1794 eine Veröffentlichung der Gedichte von Salis-Seewis in Zürich bei Orell, Gessner, Füssli & Comp. 1805 erschien beim gleichen Verlag herausgegeben von Johann Georg Jacobi die Iris. Ein Taschenbuch für 1805. Dort wurde das Gedicht Ins stille Land unter dem Titel Lied auf S. 338f. veröffentlicht. 2.1

Textbild
Johann Heinrich Lips
Salis-Seewis 1800

Zur Musik

komponiert: 27. März 1816

Veröffentlichung (angezeigt): 1845

Originaltonart: g-Moll

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Schubert vertonte insgesamt 15 Texte von Salis-Seewis.
Zählt man alle Fassungen und Bearbeitungen der Texte zusammen kommt man auf fast 30 Kompositionen, die uns heute vorliegen.

Schubert war 19 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Ein Autograph der hier eingespielten ersten Fassung mit dem später von fremder Hand hinzugefügten Vorspiel liegt in der Staatsbibliothek Preussischer Kulturbesitz Berlin. Es kann online recherchiert werden.

Ein Autograph der zweiten Fassung liegt in der Wienbibliothek im Rathaus. Es kann ebenfalls online recherchiert werden.

Die Erstveröffentlichung der ersten Fassung besorgte 1845 in Wien Ant. Diabelli und Comp. als Nachlaß 39, VN 7417 4.1

Als ich sie erröthen sah. Gedicht von Ehrlich. D 153
Das war ich. Gedicht von Th. Körner. D 174
Ins stille Land. Gedicht von Salis. D 403

In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Piano-Forte von Franz Schubert. 

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 04, Nr. 201

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 10

Friedländer Bd. VI » 025

Link zum Manuskript
schubertmanu

Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

2.1 Iris: ein Taschenbuch für 1805, Autor/Hrsg.: Jacobi, Johann Georg, Verlagsort: Zürich, Erscheinungsjahr: 1805, Verlag: Orell, Füßli & Co. Signatur: H.misc. 171 t-1805 

4.1 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Schubert, F. (1845). (D 153. 174. 403. Nachlaß 39. Heft.) Franz Schubert's nachgelassene musikalische Dichtungen für Gesang und Pianoforte. Nachlass No 39. No 7417. Eigenthum der Verleger. Eingetragen in das Vereins-Archiv.  (Erstdruck. ed.). Wien: Ant. Diabelli und Comp. Signatur:SH.Schubert.575  

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.240

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Lied. Ins stille Land - erste Fassung.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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