Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Friedrich von Schiller (1759-1805)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Freitag, 18. Juli 2008 - Berlin



Liedtext

Der Eichwald brauset,
Die Wolken ziehn,
Das Mägdlein sitzet
An Ufers Grün,
Es bricht sich die Welle mit Macht, mit Macht,
Und sie seufzt hinaus in die finstre Nacht,
Das Auge von Weinen getrübet.

"Das Herz ist gestorben,
Die Welt ist leer,
Und weiter giebt sie
Dem Wunsche nichts mehr.
Du Heilige rufe dein Kind zurück,
Ich habe genossen das irdische Glück,
Ich habe gelebt und geliebet!"

Es rinnet der Tränen
Vergeblicher Lauf,
Die Klage sie wecket
Die Toten nicht auf,
Doch nenne, was tröstet und heilet die Brust
Nach der süßen Liebe verschwundener Lust,
Ich, die himmlische, wills nicht versagen.

"Laß rinnen der Tränen
Vergeblichen Lauf,
Es wecke die Klage
Den Toten nicht auf,
Das süßeste Glück für die traurende Brust,
Nach der schönen Liebe verschwundener Lust,
Sind der Liebe Schmerzen und Klagen."

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: 15. Mai 1815

Veröffentlichung (angezeigt): 6. April 1826

Originaltonart: c-Moll

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Schiller - Musenalmanach

Friedrich Schiller schrieb sein Gedicht 1798. Es wurde im Jahr 1799 in seinem Musen-Almanach der Cottaischen Buchhandlung Tübingen auf Seite 208 veröffentlicht. Ein Digitalisat der Originalausgabe kann online studiert werden.
Schiller verwendete das Gedicht in seinem Wallenstein. Dort wird es im zweiten Band Die Piccolomini von Thekla gesungen. Im Erstdruck ist es auf Seite 177 im 3. Aufzug, 7. Szene zu finden. 1
Der Text umfasst nur die ersten beiden Strophen und ist leicht abgewandelt.

Der Eichwald brauset, die Wolken ziehn,
Das Mägdlein wandelt an Ufers Grün,
Es bricht sich die Welle mit Macht, mit Macht,
Und sie singt hinaus in die finstre Nacht.
Das Auge von Weinen getrübet.

Das Herz ist gestorben, die Welt ist leer,
Und weiter gibt sie dem Wunsche nichts mehr.
Du Heilige, rufe dein Kind zurück,
Ich habe genossen das irdische Glück,
Ich habe gelebt und geliebet.

Zur Musik

Schubert vertonte einige Texte mehrmals. Von diesen Bearbeitungen existieren manchmal auch mehrere Fassungen.
Den vorliegenden Text vertonte dreimal. Im Deutsch-Verzeichnis sind diese Bearbeitungen unter den Nummern D6, D191 und D389 verzeichnet. In allen drei Bearbeitungen hat Schubert den Text leicht verändert.
In dieser zweiten Bearbeitung, die uns in zwei Fassungen vorliegt heißt der Liedtext:

Der Eichwald braust, die Wolken ziehn,
Das Mägdlein sitzt an Ufers Grün,
Es bricht sich die Welle mit Macht, mit Macht,
Und sie seufzt hinaus in die finstre Nacht,
Das Auge vom Weinen getrübt.

"Das Herz ist gestorben, die Welt ist leer,
Und weiter giebt sie dem Wunsche nichts mehr.
Du Heilige rufe dein Kind zurück,
Ich habe genossen das irdische Glück,
Ich habe gelebt und geliebet!"

Es rinnet der Tränen vergeblicher Lauf,
Die Klage sie wecket die Toten nicht auf,
Doch nenne, was tröstet und heilet die Brust
Nach der süßen Liebe verschwund'ner Lust,
Ich, die himmlische, wills nicht versagen.

"Laß rinnen der Tränen
Vergeblichen Lauf,
Es wecke die Klage
Den Toten nicht auf,
Das süßeste Glück für die trauernde Brust,
Nach der schönen Liebe verschwundener Lust,
Sind der Liebe Schmerzen und Klagen."

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Ein Autograph liegt in der Wienbibliothek im Rathaus.

Die Veröffentlichung besorgte Thaddäus Weigl als 56tes Werk (später korrigiert als op.58):

▪ Hektors Abschied D 312

▪ Emma D 113
▪ Des Mädchens Klage D 191

Ein Digitalisat des Erstdrucks kann man in der Österreichischen Nationalbibliothek online studieren: 2

Deckblatt op 56

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 6. April 1826: 3

Wiener Zeitung 1826 04 06

Im T. Weigl'schen Kunst- und Musikverlage
am Graben 1144 (neben dem König von England)
sind ganz neu erschienen:
Hektors Abschied. Emma.
Des Mädchens Klage.
Gedichte von Fr. v. Schiller in Musik gesetzt für eine Singstimme mit Pianoforte-Begleitung von Franz Schubert. 56tes Werk Preis 2 fl. W.W.
Ferner:
Schubert, Fr., der Schmetterling und die Berge, von Fr. v. Schlegel. An den Mond; von Fr. v. Hölty. In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Pianoforte-Begleitung 57tes Werk. Preis 1 fl. 30 kr. W.W.
Beym Erscheinen dieser neuesten Werke des geschätzen Tonsetzers ist zu bemerken, daß derselbe sein Augenmerk vorzüglich dahin gerichtet, jede Schwierigkeit in der Pianoforte-Begleitung entfernt zu halten.


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 04, Nr. 194

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 03

Friedländer Bd. I » 210

Bärenreiter Urtext II » 124

Originalversion des Liedes

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