Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Freitag, 13. August 2010 - Berlin

Liedtext

heutige Schreibweise

Trocknet nicht, trocknet nicht,
Tränen der ewigen Liebe!
Ach! nur dem halbgetrockneten Auge
Wie öde, wie tot die Welt ihm erscheint!
Trocknet nicht, trocknet nicht,
Tränen unglücklicher Liebe!

Zum Text

Goethe war 26 Jahre alt, als er 1775 das vorliegende Gedicht verfasste. Es wurde 1789 unter dem Titel Wonne der Wehmut in Goethe's Schriften Band 8 bei Georg Joachim Göschen in Leipzig auf Seite 151 veröffentlicht.
Es findet sich ebenfalls in Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Zweiter Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung, 1827, S. 98. Als Digitalisat ist es bei hathitrust.org abrufbar.

Textbild
Johann Wolfgang von Goethe im 80. Lebensjahr, Joseph Karl Stieler

Zur Musik

komponiert: 20. August 1815

Veröffentlichung (angezeigt): 16. Juni 1829

Originaltonart: c-Moll

Liedform: A-B-A'

Besonderheiten:

Das Verhältnis zwischen Schubert und Goethe war ambivalent. Während Schubert den 48 Jahre älteren Meister verehrte, hat Letzterer ihn kaum beachtet. Obwohl Goethe einige seiner vertonten Gedichte durch eine Sendung von Joseph von Spaun erhielt, gelang es Schubert nicht, mit den Kompositionen bis zu Goethe durchzudringen. Zu fremd waren den Ohren des alten Meisters der Klassik die neuen Klänge. 3.1
1830, zwei Jahre nach Schuberts Tod, soll Goethe den Erlkönig, gesungen von Wilhelmine Schröder-Devrient gehört haben. Ob ihm tatsächlich die Komposition, oder das junge Mädchen gefallen hat, bleibt dahingestellt. 3.2

Schubert vertonte 62 Texte von Goethe, manche sogar mehrmals. Am Ende liegen uns heute fast 80 Kompositionen vor. Vieles davon sind Lieder. Einige für mehrere Stimmen und Instrumente.

Schubert war 24 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Schuberts erstes Liederheft für Goethe enthielt folgende Kompositionen:

Jägers Abendlied D 368
Der König in Thule D 367
Meeres Stille D 216
Schäfers Klagelied D 121, erste Fassung
Die Spinnerin D 247
Heidenröslein D 257
Wonne der Wehmut D 260
Wandrers Nachtlied D 224
Erster Verlust D 226
Der Fischer D 225, zweite Fassung
An Mignon D 161, erste Fassung
Geistes Gruß D 142, zweite Fassung
Nähe des Geliebten D 162, zweite Fassung
Gretchen am Spinnrade D 118
Rastlose Liebe D 138, erste Fassung
Erlkönig D 328, zweite Fassung

Zweites Liederheft für Goethe -> Link zu Nachtgesang D 119

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Das Manuskript zur zweiten Fassung des Liedes liegt in der Staatsbibliothek zu Berlin - preussischer Kulturbesitz und kann online als Digitalisat recherchiert werden.

Die Erstveröffentlichung besorgte M.J.Leidesdorf, VN 1152, Wien als op. 115 4.1

Das Lied im Grünen D 917 von Reil.
Wonne der Wehmuth D 260 von Göthe.
Sprache der Liebe D 410 von Fr. v. Schlegel.

3 Gedichte in Musik gesetzt mit Begleitung des Pianoforte von Franz Schubert.

aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 16. Juni 1829: 4.2

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 03, Nr. 117

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 08

Friedländer Bd. IV » 141

Bärenreiter Urtext VII » 156

Link zum Manuskript
schubertmanu

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

3.1 Gülke, Peter: Goethes »Versäumnisse«, in: Blog Klassik Stiftung Weimar, 08. September 2015

3.2 Windmeißer, Renate: Neue Chance für Schubert, in: BR Klassik, Was heute geschah, 24. April 2018

4.1 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, M.J.Leidesdorf, Wien, VN 1152, Erstdruck op. 115, Sig. SH.Schubert.409

4.2 Österreichische Nationalbibliothek - ANNO, digitalisierte historische österreichische Zeitungen und Zeitschriften, Wiener Zeitung, Jhg 1829, Ausgabe vom 16. Juni, S.4

 

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.164

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Wonne der Wehmut.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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