Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Sir Walter Scott (1771-1832)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Ralph Neubert - Piano
Aufnahme: Montag, 13. Juni 2011 - Erfurt

Liedtext

Großer Taten tat der Ritter
Fern im heil'gen Lande viel;
Und das Kreuz auf seiner Schulter
Bleicht' im rauhen Schlachtgewühl,
Manche Narb' auf seinem Schilde
Trug er aus dem Kampfgefilde,
An der Dame Fenster dicht,
Sang er so im Mondenlicht:

Heil der Schönen! aus der Ferne
Ist der Ritter heimgekehrt,
Doch nichts durft' er mit sich nehmen,
Als sein treues Roß und Schwert.
Seine Lanze, seine Sporen
Sind allein ihm unverloren,
Dies ist all sein irdisch Glück,
Dies und Theklas Liebesblick.

Heil der Schönen! was der Ritter tat,
Verdankt' er ihrer Gunst,
Darum soll ihr Lob verkünden
Stets des Sängers süße Kunst.
»Seht, da ist sie«, wird es heißen,
Wenn sie ihre Schöne preisen,
»Deren Augen Himmelsglanz
Gab bei Ascalon den Kranz.«

Schaut ihr Lächeln, eh'rne Männer
Streckt es leblos in den Staub,
Und Iconium, ob sein Sultan
Mutig stritt, ward ihm zum Raub.
Diese Locken, wie sie golden
Schwimmen um die Brust der Holden,
Legten manchem Muselmann
Fesseln unzerreißbar an.

Heil der Schönen, dir gehöret,
Holde, was dein Ritter tat,
Darum öffne ihm die Pforte,
Nachtwind streift, die Stunde naht;
Dort in Syriens heißen Zonen,
Mußt' er leicht des Nords entwohnen,
Lieb' ersticke nun die Scham,
Weil von ihm der Ruhm dir kam.

Großer Thaten that der Ritter
   Fern im heil'gen Lande viel,
Und das Kreuz auf seiner Schulter
   Bleicht' im rauhen Schlachtgewühl.
Manche Narb' auf seinem Schilde
Trug er aus dem Kampfgefilde,
An der Dame Fenster dicht
Sang er so im Mondenlicht:

Heil der Schönen! aus der Ferne
   Ist der Ritter heimgekehrt,
Doch nichts durft' er mit sich nehmen,
   Als sein treues Roß und Schwert:
Seine Lanze, seine Sporen,
Sind allein ihm unverloren,
Dieß ist all sein irdisch Glück,
Dieß und Thekla's Liebesblick! -

Heil der Schönen! was der Ritter
   That, verdankt er ihrer Gunst,
Darum soll ihr Lob verkünden
   Stets des Minstrels süße Kunst!
»Seht, das ist sie,« wird es heißen,
Wenn sie ihre Schöne preisen,
»Deren Augen Himmelsglanz
Gab bei Ascalon den Kranz!«

»Schaut ihr Lächeln! Fünfzig Männer
   Streckt' es leblos in den Staub!
Und Iconium, ob sein Sultan
   Muthig stritt, ward ihm zum Raub!
Diese Locken, wie sie golden
Schwimmen um die Brust der Holden,
Legten manchem Muselmann
Fesseln unzerreißbar an!« –

Heil der Schönen! dir gehöret,
   Holde, was dein Ritter that –
Öffne darum ihm die Pforte,
   Nachtluft streift, die Stund' ist spat!
Dort in Syriens heißen Zonen
Mußt' er leicht des Nords entwohnen!
Lieb' ersticke jetzt die Scham,
Weil von ihr der Ruhm dir kam!

Großer Thaten that der Ritter
   Fern im heil'gen Lande viel,
Und das Kreuz auf seiner Schulter
   Bleicht' im rauhen Schlachtgewühl.
Manche Narb' auf seinem Schilde
Trug er aus dem Kampfgefilde,
An der Dame Fenster dicht
Sang er so im Mondenlicht:

Heil der Schönen! aus der Ferne
   Ist der Ritter heimgekehrt,
Doch nichts durft' er mit sich nehmen,
   Als sein treues Roß und Schwert:
Seine Lanze, seine Sporen,
Sind allein ihm unverloren,
Dieß ist all sein irdisch Glück,
Dieß und Thekla's Liebesblick! -

Heil der Schönen! was der Ritter
   That, verdankt er ihrer Gunst,
Darum soll ihr Lob verkünden
   Stets des Minstrels süße Kunst!
»Seht, das ist sie,« wird es heißen,
Wenn sie ihre Schöne preisen,
»Deren Augen Himmelsglanz
Gab bei Ascalon den Kranz!«

»Schaut ihr Lächeln! Fünfzig Männer
   Streckt' es leblos in den Staub!
Und Iconium, ob sein Sultan
   Muthig stritt, ward ihm zum Raub!
Diese Locken, wie sie golden
Schwimmen um die Brust der Holden,
Legten manchem Muselmann
Fesseln unzerreißbar an!« –

Heil der Schönen! dir gehöret,
   Holde, was dein Ritter that –
Öffne darum ihm die Pforte,
   Nachtluft streift, die Stund' ist spat!
Dort in Syriens heißen Zonen
Mußt' er leicht des Nords entwohnen!
Lieb' ersticke jetzt die Scham,
Weil von ihr der Ruhm dir kam!

Zum Text

Sir Walter Scott war zu seiner Zeit so etwas wie ein Bestseller-Autor. Seine Geschichten trafen den Nerv der Zeit und seine Bücher verkauften sich gut. Das vorliegende Gedicht stammt aus der 1820 erschienenen Erzählung Ivanhoe; a Romance: By "The Author of Waverley," &c. Printed for Archibald Constable and Co. Edinburgh; and Hurst, Robinson, and Co. 90, Cheapside, London. 1820, Band 2, Kapitel III, S. 43-45.

Digitalisat online Staatsbibliothek Berlin

High deeds achieved of knightly fame,
From Palestine the champion came;
The cross upon his shoulders borne,
Battle and blast had dimm'd and torn.
Each dint upon his batter'd shield
Was token of a foughten field;
And thus, beneath his lady's bower,
He sung, as fell the twilight hour: –

"Joy to the fair! - thy knight behold,
Return'd from yonder land of gold;
No wealth he brings, nor wealth can need,
Save his good arms and battle steed;
His spurs, to dash against a foe,
His lance and sword to lay him low;
Such all the trophies of his toil,
Such – and the hope of Tekla's smile!

"Joy to the fair! whose constant knight
Her favour fired to feats of might;
Unnoted shall she not remain
Where meet the bright and noble train;
Minstrel shall sing and herald tell –
'Mark yonder maid of beauty well,
'Tis she for whose bright eyes was won
The listed field at Ascalon!

"'Note well her smile! – it edged the blade
Which fifty wives to widows made,
When, vain his strength and Mahound's spell,
Iconium's turban'd soldan fell.
See'st thou her locks, whose sunny glow
Half shows, half shades, her neck of snow;
Twines not of them one golden thread,
But for its sake a Paynim bled.'

"Joy to the fair! – my name unknown,
Each deed, and all its praise, thine own;
Then, oh! unbar this churlish gate,
The night-dew falls, the hour is late.
Inured to Syria's glowing breath,
I feel the north breeze chill as death;
Let grateful love quell maiden shame,
And grant him bliss who brings thee fame."

Zur Musik

komponiert: März 1826

Veröffentlichung (angezeigt): 14. März 1828

Originaltonart: h-Moll

Liedform: Strophenlied mit Variationen

Besonderheiten:

Schubert griff für seine Vertonung auf die deutsche Übersetzung von Karl Ludwig Methusalem Müller (1771-1837) zurück. 

Digitalisat online Österreichische Nationalbibliothek Ivanhoe. Nach dem Englischen von Walter Scott. Neue verbesserte Auflage. Wien. Gedruckt bey Anton Strauß. 1825, S. 242ff.

Bereits 1825 vertonte Schubert sieben Gedichte aus den zu seiner Zeit berühmten Verserzählungen von Sir Walter Scott. Die aus Das Fräulein vom See stammende Hymne an die Jungfrau (Ellens dritter Gesang) zählt zu den berühmtesten Vertonungen Schuberts und wird oft als Schuberts Ave Maria bezeichnet.

Er war offenbar auch daran interessiert, im Ausland bekannt zu werden. Dies geht aus einem Brief vom 25. Juli 1825 an seine Familie hervor: 3.1

"Mit der Herausgabe dieser Lieder (Anm.: gemeint sind die Lieder aus dem Fräulein vom See von Scott) gedenke ich aber doch eine andere Manipulation zu machen als die gewöhnliche, bei der gar so wenig herausschaut, indem sie den gefeierten Namen des Scott an der Stirn tragen und auf diese Art mehr Neugierde erregen könnten und mich bei Hinzufügung des englischen Textes auch in England berühmter machen würden."

Liste der Scott-Vertonungen auf dieser Webseite

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Ein unvollständiges Manuskript liegt in der Wienbibliothek im Rathaus.

Die Erstveröffentlichung besorgte Ant. Diabelli und Comp. Wien als op. 86 VN 28784.1

Romanze des Richard Löwenherz aus Walter Scott's Jvanhoe. Für eine Singstimme mit Begleitung des Piano-Forte, in Musik gesetzt von Franz Schubert. 

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 14.03.18284.2

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 08, Nr. 501

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 04

Friedländer Bd. III » 45

Bärenreiter Urtext III » 45

Link zum Manuskript
schubertmanu

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

3.1 Kreissle von Hellborn, Heinrich: Franz Schubert, Erstdruck: Wien (Carl Gerolds Sohn) 1865. S. 348ff.

4.1 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Schubert, F. (1828). Romanze des Richard Löwenherz aus Walter Scott's Jvanhoe. 86tes Werk. No 2878. Eigenthum der Verleger. (Gesang, Klavier.) (Erstdruck. ed.). Wien: Ant. Diabelli und Comp.

4.2 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, ANNO, Digitalisierte Zeitschriften und Zeitungen, Wiener Zeitung vom 14. März 1828, S.4

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.570

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Romanze des Richard Löwenherz.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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