Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Ernst Schulze (1789-1817)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Montag, 11. November 2013 - Berlin

Liedtext

Ich wand're über Berg und Tal
Und über grüne Heiden,
Und mit mir wandert meine Qual,
Will nimmer von mir scheiden.
Und schifft' ich auch durch's weite Meer,
Sie käm' auch dort wohl hinterher.

Wohl blüh'n viel Blumen auf der Flur,
Die hab' ich nicht gesehen,
Denn eine Blume seh' ich nur
Auf allen Wegen stehen.
Nach ihr hab' ich mich oft gebückt
Und doch sie nimmer abgepflückt.

Die Bienen summen durch das Gras
Und hängen an den Blüten;
Das macht mein Auge trüb' und naß,
Ich kann mir's nicht verbieten,
Ihr süßen Lippen, rot und weich,
Wohl hing ich nimmer so an euch!

Gar lieblich singen nah und fern
Die Vögel auf den Zweigen;
Wohl säng' ich mit den Vögeln gern,
Doch muß ich traurig schweigen.
Denn Liebeslust und Liebespein,
Die bleiben jedes gern allein.

Am Himmel seh' ich flügelschnell
Die Wolken weiterziehen,
Die Welle rieselt leicht und hell,
Muß immer nah'n und fliehen.
Doch haschen, wenn's vom Winde ruht,
Sich Wolk' und Wolke, Flut und Flut.

Ich wand're hin, ich wand're her,
Bei Sturm und heiter'n Tagen,
Und doch erschau' ich's nimmermehr
Und kann es nicht erjagen.
O Liebessehnen, Liebesqual,
Wann ruht der Wanderer einmal?

Ich wandre über Berg und Thal
Und über grüne Haiden,
Und mit mir wandert meine Qual,
Will nimmer von mir scheiden;
Und schifft' ich auch durch's weite Meer,
Sie käm' auch dort wohl hinterher.

Wohl blühn viel Blumen auf der Flur,
Die hab' ich nicht gesehen,
Denn Eine Blume seh' ich nur
Auf allen Wegen stehen.
Nach ihr hab' ich mich oft gebückt
Und doch sie nimmer abgepflückt.

Die Bienen sumsen durch das Gras
Und hängen an den Blüthen;
Das macht mein Auge trüb' und naß,
Ich kann mir's nicht verbieten,
Ihr süßen Lippen, roth und weich,
Wohl hing ich nimmer so an euch!

Gar lieblich singen nah' und fern
Die Vögel auf den Zweigen;
Wohl säng' ich mit den Vögeln gern,
Doch muß ich traurig schweigen.
Denn Liebeslust und Liebespein
Die bleiben jedes gern allein.

Am Himmel seh' ich flügelschnell
Die Wolken weiter ziehen,
Die Welle rieselt leicht und hell,
Muß immer nahn und fliehen.
Doch haschen, wenn's vom Winde ruht,
Sich Wolk' und Wolke, Fluth und Fluth.

Ich wandre hin, ich wandre her,
Bey Sturm und heitern Tagen,
Und doch erschau' ich's nimmermehr
Und kann es nicht erjagen.
O Liebessehnen, Liebesqual,
Wann ruht der Wanderer einmal? 

Ich wandre über Berg und Thal
Und über grüne Haiden,
Und mit mir wandert meine Qual,
Will nimmer von mir scheiden,
Und schifft' ich auch durchs weite Meer,
Sie käm' auch dort wohl hinterher.

Wohl blühn viel Blumen auf der Flur,
Die hab ich nicht gesehen,
Denn eine Blume seh ich nur
Auf allen Wegen stehen.
Nach ihr hab ich mich oft gebückt
Und doch sie nimmer abgepflückt.

Die Bienen summen durch das Gras
Und hängen an den Blüthen;
Das macht mein Auge trüb und naß,
Ich kann mir's nicht verbiethen,
Ihr süßen Lippen, roth und weich,
Wohl hing ich nimmer so an euch

Gar lieblich singen nah und fern
Die Vögel auf den Zweigen,
Wohl säng ich mit den Vögeln gern,
Doch muß ich traurig schweigen;
Denn Liebeslust und Liebes-Pein,
Die bleiben jedes gern allein.

Am Himmel seh ich flügelschnell
Die Wolken weiter ziehen,
Die Welle rieselt leicht und hell,
Muß immer nah'n und fliehen.
Doch haschen, wenn's von Winde ruht,
Sich Wolk' und Wolke, Fluth und Fluth.

Ich wandre hin, ich wandre her,
Bey Sturm und heitern Tagen,
Und doch erschau' ich's nimmermehr
Und kann es nicht erjagen.
O' Liebessehnen, Liebesqual,
Wann ruht der Wanderer einmal? 

Erstdruck Lied

Zum Text

Die von Schubert vertonten Gedichte stammen aus Schulzes Poetischem Tagebuch, das er vom 29. Juni 1813 bis zum 17. Februar 1817 führte.

Das vorliegende Gedicht wurde 1819 unter dem Titel Im Walde hinter Falkenhagen, den 22sten Jul. 1814 in Ernst Schulze's sämmtliche poetische Schriften Band 3 bei Brockhaus Leipzig veröffentlicht. S. 69f.

Digitalisat online

Die von Schubert verwendete Ausgabe dürfte die Neue Ausgabe dieser Bände Sämmtliche poetische Werke von Ernst Schulze aus dem Jahr 1822 sein. Dort findet sich das Gedicht auf S. 70f.

Digitalisat online

Schulze veröffentlichte 1818 das Versepos Die bezauberte Rose. Dieses Werk dürfte im Kreis um Schubert bekannt gewesen sein, denn Schubert spielte mit dem Gedanken aus der bezauberten Rose eine Oper zu machen.
Franz von Schober ließ sich möglicherweise von der 41. Stanze dieses Werkes zu seinem Gedicht An die Musik inspirieren. 2.2 Die Verse von Schulze lauten:

Du holde Kunst melodisch süßer Klagen,
Du tönend Lied aus sprachlos finsterm Leid,
Du spielend Kind, das oft aus schönern Tagen
In unsre Nacht so duft'ge Blumen streut,
Ach, ohne dich vermöcht' ich nie zu tragen,
Was feindlich längst mein böser Stern mir beut!
Wenn Wort und Sinn in Liebe freundlich klingen,
Dann flattert leicht der schwere Gram auf Schwingen.

Ein Manuskript des Textes liegt in der Wienbibliothek im Rathaus.

Textbild
Ernst Konrad Friedrich Schulze (1789-1817), Dichter zur Zeit der Romantik Kupferstich 1816

Zur Musik

komponiert: September 1827

Veröffentlichung (angezeigt): 30. Mai 1828

Originaltonart: b-Moll

Liedform: durchkomponiert

Besonderheiten:

Schubert vertonte neun Gedichte von Ernst Schulze. Ein weiteres blieb lediglich Fragment.

Die Titel wählte Schubert selbst für seine Lieder.
(Die Originaltitel der Gedichte stehen in Klammern)

Der liebliche Stern D 861 (Am 28sten April 1814)
Im Walde D 834 (Im Walde hinter Falkenhagen. Den 22sten Julius 1814)
Auf der Bruck D 853 (Auf der Bruck. Den 25sten Julius 1814)
Um Mitternacht D 862 (Am 5ten März 1815, Nachts um 12 Uhr)
Im Frühling D 882 (Am 31sten März 1815)
Lebensmut D 883 (Am 1ten Aprill 1815)
An mein Herz D 860 (Am 23sten Januar 1816)
Über Wildemann D 884 (Ueber Wildemann, einem Bergstädtchen am Harz. Den 28sten April 1816)
Tiefes Leid, auch Im Januar 1817 D 876 (Am 17ten Januar 1817)

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgte Josef Andreas Kienreich als op. 93 in Graz 4.1

Im Walde D 834 und
Auf der Brücke D 853

Zwey Gedichte von Ernst Schulze in Musik gesetzt für eine Singstimme und Pianoforte-begleitung von Franz Schubert während seiner Anwesenheit in Gratz

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 30. Mai 1828 4.2

 

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 08, Nr. 476

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 05

Friedländer Bd. III » 057

Bärenreiter Urtext III » 156

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

2.2 Karl Kobald: Schubert und Schwind - Ein Wiener Biedermeierbuch, S. 207

4.1 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Erstdruck op. 93, Graz: I. A. Kienreich, 1828, Sig.:SH.Schubert.342

4.2 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, ANNO, Digitalisierte Zeitungen und Zeitschriften, Wiener Zeitung, Jhg. 1828, Ausgabe vom 30. Mai, S. 4

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.526

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Im Walde - zweite Fassung.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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