Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Ernst Schulze (1789-1817)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Ralph Neubert - Piano
Aufnahme: Donnerstag, 09. September 2010 - Erfurt

Liedtext

Still sitz' ich an des Hügels Hang,
Der Himmel ist so klar,
Das Lüftchen spielt im grünen Tal.
Wo ich beim ersten Frühlingsstrahl
Einst, ach so glücklich war.

Wo ich an ihrer Seite ging
So traulich und so nah,
Und tief im dunklen Felsenquell
Den schönen Himmel blau und hell
Und sie im Himmel sah.

Sieh, wie der bunte Frühling schon
Aus Knosp' und Blüte blickt!
Nicht alle Blüten sind mir gleich,
Am liebsten pflückt ich von dem Zweig,
Von welchem sie gepflückt!

Denn alles ist wie damals noch,
Die Blumen, das Gefild;
Die Sonne scheint nicht minder hell,
Nicht minder freundlich schwimmt im Quell
Das blaue Himmelsbild.

Es wandeln nur sich Will und Wahn,
Es wechseln Lust und Streit,
Vorüber flieht der Liebe Glück,
Und nur die Liebe bleibt zurück,
Die Lieb und ach, das Leid.

O wär ich doch ein Vöglein nur
Dort an dem Wiesenhang
Dann blieb ich auf den Zweigen hier,
Und säng ein süßes Lied von ihr,
Den ganzen Sommer lang.

Still sitz' ich an des Hügels Hang,
Der Himmel ist so klar,
Das Lüftchen spielt im grünen Thal,
Wo ich beym ersten Frühlingsstrahl
Einst, ach, so glücklich war;

Wo ich an ihrer Seite ging
So traulich und so nah,
Und tief im dunkeln Felsenquell
Den schönen Himmel blau und hell,
Und sie im Himmel sah.

Sieh, wie der bunte Frühling schon
Aus Knosp' und Blüthe blickt!
Nicht alle Blüthen sind mir gleich,
Am liebsten pflückt' ich von dem Zweig,
Von welchem sie gepflückt.

Denn Alles ist wie damals noch,
Die Blumen, das Gefild;
Die Sonne scheint nicht minder hell,
Nicht minder freundlich schwimmt im Quell
Das blaue Himmelsbild.

Es wandeln nur sich Will' und Wahn,
Es wechseln Lust und Streit;
Vorüber flieht der Liebe Glück,
Und nur die Liebe bleibt zurück,
Die Lieb' und ach, das Leid!

O wär' ich doch das Vöglein nur
Dort an dem Wiesenhang,
Dann blieb' ich auf den Zweigen hier
Und säng' ein süßes Lied von ihr
Den ganzen Sommer lang.

Still sitz ich an des Hügels Hang,
Der Himmel ist so klar,
Das Lüftchen spielt im grünen Thal,
Wo ich beym ersten Frühlingsstrahl,
Einst, ach, so glücklich war;

Wo ich an ihrer Seite ging
So traulich und so nah,
Und tief im dunkeln Felsenquell
Den schönen Himmel blau und hell,
Und sie im Himmel sah.

Sieh, wie der bunte Frühling schon
Aus Knosp' und Blüthe blickt,
Nicht alle Blüthen sind mir gleich,
Am liebsten pflückt' ich von dem Zweig,
Von welchem sie gepflückt.

Denn alles ist wie damals noch,
Die Blumen, das Gefild;
Die Sonne scheint nicht minder hell,
Nicht minder freundlich schwimmt im Quell
Das blaue Himmelsbild.

Es wandeln nur sich Will' und Wahn,
Es wechseln Lust und Streit;
Vorüber flieht der Liebe Glück,
Und nur die Liebe bleibt zurück,
Die Lieb' und ach, das Leid!

O wär' ich doch ein Vöglein nur
Dort an dem Wiesenhang,
Dann blieb' ich auf den Zweigen hier
Und säng' ein süßes Lied von ihr
Den ganzen Sommer lang.

Nach dem Autograph

Zum Text

Die von Schubert vertonten Gedichte von Ernst Schulze stammen aus dem Poetischem Tagebuch, des Dichters, das er vom 29. Juni 1813 bis zum 17. Februar 1817 führte.

Das vorliegende Gedicht wurde 1819 unter dem Titel Am 31sten März 1815 in Ernst Schulze's sämmtliche poetische Schriften Band 3 bei Brockhaus Leipzig veröffentlicht. S. 98f.

Digitalisat online

Die von Schubert verwendete Ausgabe dürfte die Neue Ausgabedieser Bände Sämmtliche poetische Werke von Ernst Schulzeaus dem Jahr 1822 sein. Dort findet sich das Gedicht auf S. 99f.

Digitalisat online

 

Schulze veröffentlichte 1818 sein Versepos Die bezauberte Rose, welches ihn schnell in den Kreisen der Romantiker bekannt machte. Auch Schubert und seine Freunde lasen es und Schubert, der mit dem Gedanken spielte, aus der bezauberten Rose eine Oper zu machen, bat Bauernfeld um ein Libretto.2.2
Franz von Schober ließ sich möglicherweise von der 41. Stanze dieses Werkes zu seinem Gedicht An die Musik inspirieren. Die Verse von Schulze lauten:

Du holde Kunst melodisch süßer Klagen,
Du tönend Lied aus sprachlos finsterm Leid,
Du spielend Kind, das oft aus schönern Tagen
In unsre Nacht so duft'ge Blumen streut,
Ach, ohne dich vermöcht' ich nie zu tragen,
Was feindlich längst mein böser Stern mir beut!
Wenn Wort und Sinn in Liebe freundlich klingen,
Dann flattert leicht der schwere Gram auf Schwingen.

Ein Manuskript des Textes liegt in der Wienbibliothek im Rathaus.

Textbild
Ernst Konrad Friedrich Schulze (1789-1817), Dichter zur Zeit der Romantik Kupferstich 1816

Zur Musik

komponiert: März 1826

Veröffentlichung (angezeigt): 16. September 1828

Originaltonart: G-Dur, -Moll

Liedform: Thema mit Variationen

Besonderheiten:

Schubert vertonte neun Gedichte von Ernst Schulze. Ein weiteres blieb lediglich Fragment.

Die Titel wählte Schubert selbst für seine Lieder.
(Die Originaltitel der Gedichte stehen in Klammern)

Der liebliche Stern D 861 (Am 28sten April 1814)
Im Walde D 834 (Im Walde hinter Falkenhagen. Den 22sten Julius 1814)
Auf der Bruck D 853 (Auf der Bruck. Den 25sten Julius 1814)
Um Mitternacht D 862 (Am 5ten März 1815, Nachts um 12 Uhr)
Im Frühling D 882 (Am 31sten März 1815)
Lebensmut D 883 (Am 1ten Aprill 1815)
An mein Herz D 860 (Am 23sten Januar 1816)
Über Wildemann D 884 (Ueber Wildemann, einem Bergstädtchen am Harz. Den 28sten April 1816)
Tiefes Leid, auch Im Januar 1817 D 876 (Am 17ten Januar 1817)

Das Grundthema des Gedichts Im Frühling ist die Veränderung. Der Erzähler sitzt am Hügelhang und träumt von einer Begebenheit aus der Vergangenheit. Alles ist wie damals und doch hat sich alles gewandelt.
Schubert wählt für sein Lied die Kunstform "Thema mit Variationen". Wie in der Natur ist auch in der Musik alles ähnlich und alles erscheint trotzdem verändert.

Schubert war 29 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Das Lied erschien kurz vor Schuberts Tod am 16. September 1828 (wie vor ihm insgesamt 11 Lieder) in der "Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode", also als Beilage einer Modezeitung. 4.1

Als op. 101 Nr. 1 wurde es am 12.12.1828 bei H.A.Probst Leipzig unter der Verlagsnummer VN 431 veröffentlicht: 4.2

Vier Lieder

Im Frühling D 882,
Trost im Liede D 546,
Der blinde Knabe D 833,
Wanderers Nachtlied "Ueber allen Gipfeln ist Ruh" D 768,

mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt von Franz Schubert. Op. H. A. Probst, Leipzig, angezeigt 12.12.1828

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 08, Nr. 497

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 05

Friedländer Bd. II » 227

Bärenreiter Urtext IV » 61

Link zum Manuskript
schubertmanu

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

2.2 Karl Kobald: Schubert und Schwind - Ein Wiener Biedermeierbuch, S. 207

4.1 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, ANNO, Digitalisierte Zeitungen und Zeitschriften, Erstdruck Im Frühling als Beilage der Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode, Jhg. 1828, Ausgabe vom 16. September, Sig.:SH.Schubert.552

4.2 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Erstdruck op. 101 H. A. Probst Leipzig Sig.: SH.Schubert.648

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.556

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Im Frühling.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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