Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Friedrich Rückert (1788-1866)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 16. Juli 2008 - Berlin

Liedtext

heutige Schreibweise

Du bist die Ruh,
Der Friede mild,
Die Sehnsucht du
Und was sie stillt.

Ich weihe dir
Voll Lust und Schmerz
Zur Wohnung hier
Mein Aug und Herz.

Kehr ein bei mir,
Und schließe du
Still hinter dir
Die Pforten zu.

Treib andern Schmerz
Aus dieser Brust!
Voll sei dies Herz
Von deiner Lust.

Dies Augenzelt
Von deinem Glanz
Allein erhellt,
O füll es ganz!

Zum Text

Wie man dem 1837 erschienenen Vierten Band der Gesammelten Gedichte Friedrich Rückerts entnehmen kann, schrieb der Dichter sein Gedicht Kehr ein bei mir in der Zeit zwischen 1819 und 1820. Es erschien jedoch zuerst 1822 zunächst ohne Titel in der Gedichtsammlung Östliche Rosen. Rückert veröffentlichte seine Östlichen Rosen mit dem Hinweis "zu Goethes west-östlichem Diwan." Er nimmt also direkten Bezug auf die nur 3 Jahre zuvor von dem 39 Jahre Älteren veröffentlichte Sammlung. Das vorliegende Gedicht findet sich auf Seite 125.
Diese Textvorlage muss Franz Schubert bei der Auswahl der Texte zu seinen Liedern D 741, D 775, D 776, D 777, D 778 und D 778A gedient haben. Otto Erich Deutsch vermutet, dass Schubert die Titel seiner Lieder selbst gewählt hat.

Textbild
Östliche Rosen 1822

Zur Musik

komponiert: 1823

Veröffentlichung (angezeigt): 21. September 1826

Originaltonart: Es-Dur

Liedform: Strophenlied mit Variation in der 3. Strophe

Besonderheiten:

Schubert vertonte 6 Gedichte von Rückert als Lieder, sowie eines als Männerchor. Alle Lieder entstanden in den Jahren 1822-23.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Eine Abschrift befindet sich in der Universitätsbibliothek Lund in der Sammlung Otto Taussig.

Die Erstveröffentlichung besorgte Sauer & Leidesdorf, Wien: 4.1

Vier Gedichte von Rückert und Graf Platen in Musik gesetzt für eine Singstimme mit
Begleitung des Piano Forte von Franz Schubert Op. 59.

Du liebst mich nicht D 756,
Dass sie hier gewesen! D 775
Du bist die Ruh D 776
Lachen und Weinen D 777

Deckblatt op. 59

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 21. September 1826 4.2

Wiener Zeitung 1826 09 21

Kritik zur Veröffentlichung aus der Allgemeinen musikalischen Zeitung Leipzig Jhg. 1827, Ausgabe vom 27. April 4.3

Dass in den besseren der zahlreichen Lieder oder liedermässigen Gesänge des Hrn. Sch. Geist und Seele ist, und dass sich beyde oftmals (wie auch hier, in allen vier Nummern) auf eine eigenthümliche Weise äussern: das ist wohl von Allen, die sich damit bekannt gemacht haben, anerkannt; auch von denen, welche gegen diese seine Weise Vieles einzuwenden haben. Wahr wenigstens das, und erweiset sich den zwey ersten Nummern dieses Heftes von neuem: Hr. Schubert sucht und künstelt – nicht der Melodie, aber der Harmonie, gar sehr, und besonders modulirt befremdlich und oft urplötzlich nach dem Entlegesten hin, wie, wenigstens in Liedern und anderen kleinen Gesängen, kein Componist auf dem ganzen Erdboden: (so wird z. B. hier, im ersten Liede, die ganz kurze und sehr einfache Melodie ziemlich durch alle Tonarten der gesammten Leiter und mehrmals nur durch zwey Griffe beynahe von einem Aeussersten zum andern gerissen); aber eben so wahr ist, dass er (wie hier auch) nicht vergebens sucht; dass er wirklich etwas herauskünstelt, das, wird es dann mit vollkommener Sicherheit und Zwanglosigkeit vorgetragen, der Phantasie und der Empfindung wirklich Etwas sagt, und etwas Bedeutendes. Möge man darum sich an ihnen, und sie an sich versuchen ! – No. 5 und 4 dagegen sind weit einfacher, ohne darum weniger eigenthümlich zu seyn. Diesen glauben wir allgemeinen Beyfall zusichern zu können; und auch uns sind diese beyden Lieder die liebsten. Sie nehmen wir, zumal da sie auch so anmuthige, noch wenig bekannte Texte haben, mit Danke gegen den Dichter (Rückert) und den Componisten in unsere auserwählten Sammlungen auf; und gewiss werden nicht Wenige es eben so machen.

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 08, Nr. 454

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 03

Friedländer Bd. I » 212

Bärenreiter Urtext II » 130

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

4.1 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Erstdruck Opus 59, Sig. SH.Schubert.241 MUS MAG

4.2 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, ANNO, Historische österreichische Zeitungen und Zeitschriften, Wiener Zeitung vom 21. September 1826, S. 4

4.3 Allgemeine musikalische Zeitung Leipzig Jhg. 1827, Ausgabe vom 25. April, Digitalisat auf hathitrust.org

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.466

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Du bist die Ruh.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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