Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Ralph Neubert - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 15. Juni 2011 - Erfurt

Liedtext

heutige Schreibweise

Du Thurm! zu meinem Leide
Ragst du so hoch empor,
Und mahnest grausam immer
An [sie, die]1.1 ich verlor.

Sie hängt an einem Andern,
Und wohnt im Weiler dort.
Mein armes Herz verblutet,
Vom schärfsten Pfeil durchbohrt.

In ihren [braunen]1.2 Augen
War keiner Untreu Spur;
[Aus ihnen sprachen Liebe
Und holde Anmuth]1.3 nur.

Wohin ich [nun mich]1.4 wende -
Der Thurm, er folget mir;
O sagt' er, statt der Stunden,
Was mich vernichtet, ihr!

1.1 Schubert: "das, was"
1.2 Schubert: "schönen"
1.3 Schubert: "Ich sah der Liebe Himmel, / Der Anmut Spiegel"
1.4 Schubert: "mich nun"

Zum Text

Johann Mayrhofer veröffentlichte seine Gedichte 1824 bei der eher kleinen Verlagsbuchhandlung Friedrich Volke in Wien. Diese Veröffentlichung ist als Digitalisat in der Österreichischen Nationalbibliothek online studierbar. Das vorliegende Gedicht findet sich auf Seite 11.2.1

Auf der Seite lieder.net ist nachzulesen, dass Schubert die Gedichte Mayrhofer's üblicherweise als Handschrift erhielt. Dadurch erklären sich auch die vielen Änderungen zur Druckversion des Textes.

Textbild
Johann Mayrhofer

Zur Musik

komponiert: Oktober 1816

Veröffentlichung (angezeigt): 1895

Originaltonart: d-Moll

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

"Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt." 3.1

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.

Franz Schubert war 19 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.
Er schrieb in diesem Jahr unter anderem die verschollene Prometheus-Kantate (o.g. Professor Watteroth gewidmet ... laut Schuberts Tagebuch, seine erste Komposition für Geld), die beiden Sinfonien Nr. 4 c-Moll (die Tragische) und Nr. 5 B-Dur sowie die Messe Nr. 4 C-Dur.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Erstmals wurde das Lied erst in der Alten Gesamtausgabe AGA im Jahr 1895 veröffentlicht.

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 04, Nr. 267

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 11

Originalversion des Liedes

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Quelle(n)

2.1 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Gedichte von Johann Mayrhofer, Wien, Verlag Friedrich Volke, 1824, Sig. 71.Bb.5.(Vol.1)

3.1 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Neues Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst, Sig. 392789-C.20.21

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.290

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Der Hirt.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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