Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Friedrich von Matthisson (1761-1831)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Holger Berndsen - Piano
Aufnahme: Montag, 15. August 2016 - München

Liedtext

heutige Schreibweise

Purpur malt die Tannenhügel
  Nach der Sonne Scheideblick,
Lieblich strahlt des Baches Spiegel
  Hespers Fackelglanz zurück.

Wie in Totenhallen düster
  Wirds im Pappelweidenhain,
Unter leisem Blattgeflüster
  Schlummern alle Vögel ein.

Nur dein Abendlied, o Grille!
  Tönt noch, aus betautem Grün,
Durch der Dämmrung Zauberhülle
  Süße Trauermelodien.

Singt das bange Herz in Schlummer,
  Hemmt der Zähren wilden Lauf,
Lös't der Liebe tiefsten Kummer
  Selbst in stille Wehmut auf!
1.1

Tönst du einst im Abendhauche,
  Grillchen, auf mein frühes Grab,
Aus der Freundschaft Rosenstrauche
  Deinen Klaggesang herab:

Wird mein Geist noch stets dir lauschen,
  Horchend wie er jetzt dir lauscht,
Durch des Hügels [Blumen rauschen]1.2,
   Wie dies Sommerlüftchen rauscht!

1.1 Schubert: Strophe nicht vertont
1.2  Schubert: Blumenrauschen

Zum Text

Das 1780 von Friedrich von Matthisson im Alter von 19 Jahren verfasste Gedicht Der Abend erschien bereits 1783 in der "zweyten, vermehrten" Ausgabe von Liedern Matthisson in Dessau veröffentlicht. Dort enthält das Gedicht eine weitere Strophe, die von Schubert nicht vertont wurde. Ein Digitalisat kann man online studieren. Das Gedicht steht auf Seite 20. 2.1

Weitere Ausgaben dieses Gedichtes:
1791 Matthisson, Auserlesene Gedichte, Seite 80. 2.2
1803 Matthisson, Gedichte, Seite 183 2.3
1810 Matthisson, Gedichte; Neueste verbesserte Auflage, Seite 178 2.4
1811 Matthisson, Gedichte. Erster Theil, Vollständige Ausgabe, Seite 29 2.5

Textbild
Friedrich von Matthisson

Zur Musik

komponiert: Juli 1814

Veröffentlichung (angezeigt): 1894

Originaltonart: d-Moll

Liedform: Strophenlied mit Rezitativ

Besonderheiten:

Der in der ersten Strophe besungene Hesperus steht als Synonym für den Abendstern.

Im April 1814 begann Schubert eine ganze Reihe von Gedichten Matthissons zu vertonen. Fast alle Kompositionen stammen aus der Zeit zwischen 1814 und 1816. Am Ende werden es 32 Gedichte sein, die Schubert in Musik setzte, einige von ihnen mehrfach.

Das vorliegende Lied schrieb er 1814 im Alter von 17 Jahren.
Wir haben es einen Ganzton tiefer transponiert aufgenommen.

Bisher eingespielten Matthisson-Vertonungen auf dieser Webseite

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgte Breitkopf und Härtel 1894 in der in der Alten Gesamtausgabe AGA - Bd. 1 auf Seite 161.

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 01, Nr. 22

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 07

Bärenreiter Urtext V » 125

Erstdruck

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Quelle(n)

2.1 Matthisson, Friedrich von, Dessau, Auf Kosten der Verlagskasse für Gelehrte und Künstler und zu finden in der Buchhandl. der Gelehrten, 1783. vermehrte Auflage

2.2 Matthisson, Friedrich von; Auserlesene Gedichte; Verlag Orell, Gessner, Füssli (Zürich); herausgegeben von Johann Heinrich Füssli; 1791

2.3 Matthisson, Friedrich von; Gedichte; Verlag: Franz Haas, Wien & Prag; 1803

2.4 Matthisson, Friedrich von; Gedichte; Neueste verbesserte Auflage; Verlag: Franz Haas; Wien & Prag; 1810

2.5 Matthisson, Friedrich von; Gedichte. Erster Theil, Vollständige Ausgabe; Verlag: Cotta; Tübingen; 1811

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.78

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Der Abend.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

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