Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

download

Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 19. August 2009 - Erfurt

Liedtext

heutige Schreibweise

Ist mir's doch, als sei mein Leben
An den schönen Strom gebunden.
Hab' ich Frohes nicht [am]1 Ufer,
Und Betrübtes hier empfunden?

Ja du gleichest meiner Seele;
Manchmahl grün, und glatt gestaltet,
Und zu Zeiten - herrschen [Winde]2 -
Schäumend, unruhvoll, gefaltet.

Fließest [fort zum]3 fernen Meere,
Darfst allda nicht heimisch werden.
Mich drängt's auch in mildre Lande -
Finde nicht das Glück auf Erden.

1 Schubert: "an seinem"
2 Schubert: "Stürme"
3 Schubert: "zu dem"

Zum Text

Johann Mayrhofer veröffentlichte seine Gedichte 1824 bei der eher kleinen Verlagsbuchhandlung Friedrich Volke in Wien. Diese Veröffentlichung ist als Digitalisat in der Österreichischen Nationalbibliothek online studierbar. Das Gedicht findet sich auf den Seiten 78. 4

 

Textbild
Johann Mayrhofer

Zur Musik

komponiert: März 1817

Veröffentlichung (angezeigt): 09. Mai 1822

Originaltonart: H-Dur

Liedform: A-B-A'

Besonderheiten:

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

"Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt." 5

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.

Schubert war 20 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Ein Jahr zuvor schrieb er unter anderem die verschollene Prometheus-Kantate (laut Schuberts Tagebuch, seine erste Komposition für Geld). 6

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Ein unvollständiges Manuskript T.23 bis Schluß findet sich in der Wienbibliothek im Rathaus. Es kann online studiert werden. Daran anschließend steht das Lied Philoktet D 540, T. 1-37, datiert mit März 1817.

Die Erstveröffentlichung besorgte Cappi & Diabelli als op. 8 in Wien 7

Der Jüngling auf dem Hügel D 702 von Heinrich Hüttenbrenner
Sehnsucht D 516
Erlafsee D 586
am Strome D 539 von Mayrhofer

Für eine Singstimme mit Begleitung des Piano-Forte in Musik gesetzt und dem hochgebohrnen Herrn Joh. Carl Grafen Esterhazy von Galantha
k.k. würklichen Kämmerer & ehrfurchtsvoll gewidmet von
Franz Schubert

Aus der amtlichen "Wiener Zeitung" vom 9. Mai 1822: 8

Bei Cappi und Diabelli,
Kunst- und Musikalienhändler, am Graben Nr. 1133,
........
Ferner ist ganz neu erschienen:
Das achte Heft von Schuberts Gesängen, mit Begleitung des Pianoforte, und enthält folgende Gedichte: Der Jüngling auf dem Hügel D 702, von H. Hüttenbrenner. Sehnsucht D 516, Erlaf-See D 586 und am Strome D 539, von Mayrhofer. Pr. 2 fl.
Kenner und Liebhaber haben bereits Schuberts Werke nach Verdienst gewürdigt; es bedarf daher dieses Heft keiner weitern Anempfehlung.

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 05, Nr. 306

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 01

Bärenreiter Urtext I » 66

Link zum Manuskript
schubertmanu

Erstdruck

PDF laden

Originalversion des Liedes

PDF laden

Quelle(n)

4 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Gedichte von Johann Mayrhofer, Wien, Verlag Friedrich Volke, 1824, Sig. 71.Bb.5.(Vol.1)

5 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Neues Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst, Sig. 392789-C.20.21

6 Kreissle von Hellborn, Heinrich: Franz Schubert, Erstdruck: Wien (Carl Gerolds Sohn) 1865. S. 104

7 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Erstdruck op. 08, Cappi und Diabelli Wien, Sig. SH.Schubert.46

8 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, ANNO, Digitalisierte Zeitungen und Zeitschriften, Wiener Zeitung Jhg. 1822, Ausgabe vom 09. Mai, S. 4

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.314

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Am Strome.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

Auf unserer Webseite haben Sie die Möglichkeit, uns Künstler direkt zu fördern. Ähnlich wie die Freunde zu Schuberts Zeiten.
Ihre finanzielle Unterstützung kommt zu 100% bei uns Künstlern an und unserem Schubertlied-Projekt zugute.
Wir würden uns freuen, wenn Sie uns helfen!

Diese Webseite verwendet keine Cookies, die Ihrer Zustimmung bedürfen, sondern nur ein Session-Cookies, um den Inhalt anzuzeigen.
Die Homepage basiert auf dem ContentManagementSystem Joomla